AUSSTELLUNG: Krippen im Wald entdecken

In den Wurzeln im Gruber Wald unterhalb des Restaurants Rossbüchel sind Krippenfiguren versteckt. Neu ist dies nicht – ein Rätsel ist hingegen, wer dahintersteckt.

Nina Rudnicki
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Beinahe übersieht man die filigranen Holzfiguren, die auf Höhe der Baumwurzeln hingestellt wurden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Beinahe übersieht man die filigranen Holzfiguren, die auf Höhe der Baumwurzeln hingestellt wurden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Nina Rudnicki

redaktionot

@tagblatt.ch

«Auch ich weiss nicht, wer all die Krippen im Wald aufstellt», sagt der pensionierte Gruber Pfarrer Ruedi Balz. Dabei war er es, der vor neun Jahren die erste Krippe in einer Wurzel im Wald unterhalb des Restaurants Rossbüchel aufgestellt hat. Seither wurden es in jedem Jahr mehr und die Gruber werweissen, wer dahinter steckt. Denn den Chrippliweg kennt in der kleinen St. Galler Gemeinde mittlerweile jeder. Da es keinen Wegweiser gibt, der einen zum Chrippliweg führt, ist man auf die Hilfe der Anwohner angewiesen. Beim Parkplatz Unterbilchen zeigt eine Frau die steile Strasse hinauf, die ebenfalls Unterbilchen heisst. «Da gehen Sie jetzt bis zur Hälfte und biegen beim Güllefass rechts ab, dann kommen Sie direkt zum Chrippliweg», sagt sie. Rechts von sich erblickt man weit unten den Bodensee und im Wald angekommen folgt man den grünen «Unser Wald»-Schutzschildern. Die führen direkt zur ersten Krippe: jener von Pfarrer Balz. Ein Engel, das Jesuskind, Maria und Josef, die drei Könige und Tiere sind sorgfältig plaziert. Ein paar Lämpchen erleuchten die moosige Wurzelhöhle.

Wenige hundert Meter nach der ersten Krippe teilt sich der Weg. Er ist als Kreis angelegt, so dass es keine Rolle spielt, ob man nun rechts oder links abbiegt. Auf diesem Rundgang könne man bis zehn Krippen entdecken, gab Pfarrer Balz als Tip mit auf den Weg. Man müsse nur ganz genau hinschauen. Und tatsächlich ist es gar nicht so einfach, die nur handflächengrossen Holzfiguren im Wald zu entdecken. Ein Kind müsste man sein, denn dessen Blick liegt auf Wurzelhöhe. Auch auf einem Pferd zu sitzen, wäre hilfreich; von dort oben hat man eine besseren Überblick. So sind es auch zwei Reiterinnen, die genau wissen, wo sich welche Krippe befindet. Ob wir denn herausgefunden hätten, wer all die Krippen aufstellt, wollen sie beim Abschied wissen. Denn das würde sie schon Wunder nehmen. Zumal auch an Ostern Figuren im Wald versteckt würden.

Lustige Rückmeldungen von Spaziergängern

Manche Spaziergänger bleiben bei dem Haus von Pfarrer Balz stehen, das nahe am Waldrand liegt, um mit ihm einige Worte zu wechseln. «Den Leuten gefällt der Weg», sagt er. Es gebe auch lustige Rückmeldungen. Ein Kind hatte Mitleid mit den Figuren im Wald, weil sie dort frieren. Ein anderes habe enttäuscht gefragt: «Ist das alles?» Die Idee, eine Krippe aufzustellen, hatte Pfarrer Balz, nachdem er einen solchen Weg im Wald zwischen Marbach und dem St. Anton entdeckt hatte. «Ich fand, das würde auch zu Grub passen», sagt er.