Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AUSSTELLUNG: Den Horror der Flucht hautnah erleben

Flavia Borrer
Der Flucht-Truck beim Gymnasium Untere Waid. (Bild: Flavia Borrer)

Der Flucht-Truck beim Gymnasium Untere Waid. (Bild: Flavia Borrer)

Eine kleine Tür führt in die Kirche. Draussen fallen Schüsse. Vor den Fenstern marschieren Soldaten vorbei, die in der ganzen Stadt auf Patrouille gehen. Plötzlich ertönt eine Stimme und ein dunkelhäutiger Mann erscheint. Er informiert über die Situation und mahnt, dass man sich vor den Soldaten in Acht nehmen soll. Er warnt vor Gefahr und rät, schnellstmöglich das Land zu verlassen. Innert weniger Sekunden gibt es eine Entscheidung zu treffen: Nur drei Gegenstände dürfen mit auf die Flucht genommen werden.

Im sogenannten Flucht-Truck von Missio Schweiz erhalten Besucher die Möglichkeit, in die Haut eines flüchtenden Menschen zu schlüpfen. Im Eingangsbereich entscheidet man sich für einen «Avatar». In dieser Rolle erlebt der Besucher den Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo. Der Reihe nach können sechs Räume mit thematisch unterschiedlichen Stationen besucht werden, an denen der Besucher mit konkreten Fluchtsituationen konfrontiert wird. Er erlebt hautnah, wie es ist, auf der Flucht zu sein.

Raum drei repräsentiert die Rückbank eines Lieferwagens. Das Ziel der Fahrt ist noch unbekannt. Ein Lenker teilt mit, dass die eigenen Eltern getötet wurden und man sich nun auf die Suche nach dem Bruder machen muss. Der Fahrer weist noch darauf hin, nur nachts zu reisen.

Flucht ist und bleibt ein aktuelles Thema. Weltweit sind rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Durch das Bildungsangebot «Flucht-Truck» werden die täglichen Herausforderungen von Flüchtlingen der Schweizer Bevölkerung nähergebracht. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Untere Waid in Mörschwil haben gestern am Programm teilgenommen. Unterwegs erlebten sie den Krieg aus der Perspektive des zu Beginn ausgewählten Charakters. Das Erlebnis ist schwer zu verdauen, weshalb die Altersbegrenzung bei 13 Jahren liegt. Das Angebot beinhaltet nebst der Führung noch weitere Workshops. Personen aus der Demokratischen Republik Kongo erzählen von ihren Erlebnissen auf der Flucht und weshalb sie den gefährlichen Weg auf sich genommen haben.

Flavia Borrer

flavia.borrer@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.