Ausländer bleiben trotz schärferer Pauschalbesteuerung

ST.GALLEN. Reiche Ausländer sind im Kanton St.Gallen auch im vergangenen Jahr pauschal besteuert worden, aber schärfer als zuvor. Das hat zu keiner grossen Abwanderung geführt, wie das kantonale Steueramt am Donnerstag an seiner jährlichen Medienkonferenz informierte.

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Mit einer App kann eine Verlängerung der Frist zur Einreichung der Steuererklärung beantragen werden. (Bild: Ralph Ribi)

Mit einer App kann eine Verlängerung der Frist zur Einreichung der Steuererklärung beantragen werden. (Bild: Ralph Ribi)

Vor der kantonalen Abstimmung über die Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung reicher Ausländer wurden im St. Gallischen 87 Personen nach Aufwand besteuert (Stand Ende 2010). Ende letzten Jahrs lebten noch 79 pauschal besteuerte reiche Ausländer im Kanton St. Gallen, wie Felix Sager, Chef des kantonalen Steueramtes, bekanntgab.

Das sind acht Personen weniger. Davon lebten heute einige nicht mehr in der Schweiz oder in einem anderen Kanton, andere würden sich hier nun ordentlich besteuern lassen, sagte Sager. So oder so, sagte er, was der Kanton mit pauschal besteuerten Ausländern einnehme, sei im Vergleich zum ganzen Steuerertrag «marginal».

Im Durchschnitt zahlen die knapp 80 pauschal besteuerten reichen Ausländer im Kanton St. Gallen 80'000 Franken Steuern im Jahr.

Immer mehr elektronisch
Die kantonale Steuerverwaltung verschickt in diesen Tagen rund 300'000 Steuererklärungen. Ab Freitag kann das Formular auch im Internet ausgefüllt und der Steuerbehörde elektronisch zurückgesendet werden. Von den 125'000 Formularen, die am Computer ausgefüllt werden, werden aber noch viele mit der Post retourniert.

Die Steuerverwaltung wünscht sich, dass noch mehr Steuerpflichtige «klicken und schicken». Das erleichtere die Arbeit auf den Ämtern und es werde weniger Papier verbraucht, sagte Billy Rohner, Leiter der Hauptabteilung Natürliche Personen auf der Steuerverwaltung.

Für das Jahr 2013 müssen die Steuerpflichtigen im Kanton St. Gallen wenige Neuerungen berücksichtigen. Änderungen gibt es etwa bei den Abzügen für Zuwendungen an politische Parteien und bei den Abzügen für die Fremdbetreuung von Kindern. Einkünfte von Feuerwehrleuten sind bis zum Betrag von 5000 Franken gemäss Sager neu steuerfrei.

App für Fristverlängerung
Wer im Kanton St. Gallen die eine Verlängerung der Frist zur Einreichung der Steuererklärung beantragen möchte, kann dies neu mit einer App auch mit dem Smartphone oder einem Tablet-Computer machen. Mit einer App können ab sofort auch Steuerdaten angepasst werden, wie Reto Schneider, Leiter Management Support, erklärte.

Das sei ein Novum in der Schweiz, sagte Schneider. «Einfach beim Wandern das Steuerkonto anschauen». Dieses Bedürfnis sei vorhanden, sagte Sager. Die Steuerpflichtigen wollten rund um die Uhr mit der Steuerverwaltung kommunizieren. Und längst nicht alle würden um eine Fristverlängerung ersuchen, sagte Felix Sager vor den Medien.

Wenige Stunden nach dem Aufschalten des Steuererklärungsformulars im Internet würden die ersten ausgefüllten Formulare wieder bei der Steuerverwaltung eintreffen. «Man glaubt es kaum, aber auch wir von der Steuerverwaltung haben eine Fangemeinde», sagte Felix Sager. (sda)

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