Aushubdeponie wird konkret

Angekündigt ist er seit langem, der Infoabend für die Anwohner im Weiler Riederen. Inzwischen ist die Planung für eine Deponie weit fortgeschritten. Anfang März wird öffentlich informiert, 2018 könnten bereits die Lastwagen auffahren.

Corinne Allenspach
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Während fünf bis acht Jahren soll die Senke zwischen «Krone» und Rorschacherstrasse mit Aushubmaterial gefüllt werden. In Kürze werden die Pläne den Mörschwilern vorgestellt. (Bild: Jakob Ineichen)

Während fünf bis acht Jahren soll die Senke zwischen «Krone» und Rorschacherstrasse mit Aushubmaterial gefüllt werden. In Kürze werden die Pläne den Mörschwilern vorgestellt. (Bild: Jakob Ineichen)

MÖRSCHWIL. Es ist wie mit den Handyantennen: Jeder will jederzeit Empfang, aber niemand will die Antenne in seiner Nähe. Gleiches gilt für Deponien. Seit Jahren werden, namentlich in der Region St. Gallen-Rorschach, fleissig neue Mehr- und Einfamilienhäuser gebaut, aber niemand wolle den Dreck vor der Haustür, sagte Regierungsrat Willi Haag an einer Pressekonferenz (Tagblatt von gestern). Es könne aber nicht sein, dass der Aushub durch den ganzen Kanton gekarrt werde. Das Material solle möglichst dort gelagert werden, wo es anfalle. Der Kanton hat darum seit 2010 über 200 Deponie-Standorte geprüft. Darunter auch jenen im Mörschwiler Weiler Riederen, wo die Bevölkerung seit rund acht Monaten auf die Einladung zu einem Infoabend wartet.

Im Richtplan eingetragen

Die Anwohner fielen aus allen Wolken, als sie im Frühling 2014 ein Flugblatt im Briefkasten fanden. Die Firma Kibag, die in der Schweiz mehrere Kies- und Betonwerke sowie Deponien betreibt, teilte mit, dass sie auf der Wiese oberhalb des Restaurants Krone eine Aushubdeponie plane. Thomas Gross von der Kibag präzisierte damals auf Anfrage, dass «nur unverschmutztes Erdreich oder ausgebrochenes Felsmaterial» deponiert werde, und kein Abfall. Inzwischen ist der Deponiestandort Riederen im Richtplan eingetragen, aber der Richtplan ist noch nicht rechtskräftig. Gross ist aber zuversichtlich: «Die Chancen stehen sehr gut, dass die Deponie kommt.» Er rechnet damit, dass die ersten Lastwagen 2018 oder 2019 auffahren könnten.

Gespräche dauerten länger

Schon vor einem Jahr betonte Gross, dass Riederen «ein idealer Standort» für eine Deponie wäre. Einerseits, weil das Gebiet durch die Rorschacherstrasse verkehrstechnisch bereits erschlossen sei. Und statt Material aufzuschütten, würde hier eine Senke aufgefüllt, so dass die Einwohner «keinen Hügel vor die Nase bekämen». Skeptischer äusserten sich die Anwohner. Sie befürchten Mehrverkehr und sehen ökologische Nachteile. Unter anderem, weil besagtes Gebiet als Wildkorridor gilt für Tiere, die vom Goldach- ins Steinachtobel und umgekehrt gelangen wollen. Die Kibag kündigte im Frühling 2014 an, die Anwohner im Sommer direkt über die Deponiepläne zu informieren. Bisher blieb es aber ruhig. «Wir brauchten mehr Zeit für die Gespräche mit den Grundeigentümern als gedacht», räumt Thomas Gross ein. Ohne entsprechende Grundlagen habe man die Bevölkerung nicht informieren wollen. Themen seien unter anderem Geländegestaltung, Geotechnik, ökologische Massnahmen und die Entwässerung gewesen. Gerade letztere sei zentral, sammelt sich doch heute nach starkem Regen das Wasser in der Wiese, wo es oft veritable Seen bildet. Inzwischen gibt es ein Datum für den Infoabend, den 4. März. Da der Ort der Durchführung aber noch offen sei, könne es auch noch Änderungen geben.

Bis jetzt keine Widerstände

Wie gross sind die Widerstände aus der Bevölkerung gegen die Deponie? «Bisher haben wir keine negativen Rückmeldungen erhalten.» Die Kibag sei auch bereit, Kompromisse einzugehen, wo nötig. Schliesslich wolle man die Deponie nicht gegen alle Widerstände durchsetzen. «Uns ist es wichtig, zentralen Themen genug Zeit einzuräumen, um dann eine tragbare Lösung für alle zu erarbeiten», betont Gross.

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