AUS FÜRS "PUNKT": "Mein Lebenstraum ist gescheitert"

Vor zehn Jahren wurde das asiatische Restaurant Punkt eröffnet – mit dem St.Galler Fussballer Tranquillo Barnetta als Teilhaber. Nun muss Besitzer Daniel Zeller den Konkurs des Betriebs verdauen.

Daniel Walt
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Jahrelang war Tranquillo Barnetta Teilhaber des Restaurants Punkt. Vor vier Jahren stieg er aus. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Jahrelang war Tranquillo Barnetta Teilhaber des Restaurants Punkt. Vor vier Jahren stieg er aus. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

"Mit dem Restaurant habe ich mir meinen Lebenstraum von der Selbständigkeit erfüllt": Das sagte Daniel Zeller, als er Anfang 2013 das Restaurant Punkt beim St.Galler Hauptbahnhof übernahm. Nun ist sein Traum geplatzt: Das Lokal, an dem von 2007 bis 2013 auch der St.Galler Fussballer Tranquillo Barnetta finanziell beteiligt gewesen war, ist konkursamtlich geschlossen worden. Auslöser: ein Entscheid des St.Galler Kreisgerichts. Es eröffnete am 15. März den Konkurs über die Food Style AG, welche das "Punkt" betreibt.


Hohe Kosten – immer mehr Konkurrenz

Laut Urs Benz, Leiter des St.Galler Konkursamtes, wurde das Lokal am 17. März versiegelt. Dies, um mögliche Aktiven im Hinblick auf eine spätere Verwertung zu sichern. Inhaber Daniel Zeller erklärt auf Anfrage: "Das Ganze hat sich seit längerem abgezeichnet." Die Kosten an diesem Standort seien relativ hoch. Zugleich gebe es in der Stadt St.Gallen immer mehr Take-Away-Betriebe – als Beispiele nennt Zeller die "Chickeria" oder das "Cha Cha".

Der Eingang zum "Punkt" ist versiegelt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Eingang zum "Punkt" ist versiegelt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Rückläufige Umsätze im "Punkt" zwangen Zeller zunächst, die Kosten zu senken: Von ursprünglich einem Dutzend schrumpfte das "Punkt"-Team laut Zeller auf neun Personen. Diese Sparmassnahmen verhinderten das Aus für das Lokal schliesslich aber nicht. Auf die Frage, ob die seit Monaten andauernden Bauarbeiten beim Bahnhofplatz Gäste vergrault und damit ebenfalls ihren Teil zum Konkurs beigetragen hätten, winkt Zeller ab: "Das glaube ich nicht. Es wäre nicht fair, die Schuld auf die Grossbaustelle Bahnhofplatz zu schieben."

"Das Ganze ist noch zu frisch"

Wie hoch die Ausstände sind und bei wem er in der Kreide steht, mag Daniel Zeller nicht öffentlich sagen. Aus seinen Gefühlen macht er aber keinen Hehl: "Mein Lebenstraum ist gescheitert. Das trifft mich", so Zeller, laut dem die Konkurseröffnung nicht angefochten wird. Leid tue ihm das Ganze vor allem auch für sein Personal, das nun auf Stellensuche sei, sowie die Stammgäste.

Das Schreiben des Konkursamtes bei der Eingangstür. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Schreiben des Konkursamtes bei der Eingangstür. (Bild: Hanspeter Schiess)

Zeller leitete früher das Catering der damaligen "Schmatzinsel" und war später Leiter Hotellerie in der Privatklinik Stephanshorn – er führte dort die Küche, das Restaurant und den Hausdienst mit über 50 Mitarbeitern. Ob er weiterhin in der Gastronomie tätig bleiben will oder sich beruflich völlig neu orientiert, weiss er noch nicht – "das Ganze ist noch zu frisch, obwohl ich mich mittlerweile etwas gefangen habe", sagt Zeller.

Barnetta war mit von der Partie

Eröffnet worden war das Restaurant Punkt Anfang 2007. Angekündigt wurde eine pan-asiatische Küche – Take-away-Service inklusive. Bereits bei der Eröffnung sorgte das Lokal für Schlagzeilen, weil ein bekannter St.Galler Fussballer mit von der Partie war: Tranquillo Barnetta, zu jener Zeit in Diensten des deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen, hatte gemeinsam mit seinem Vater ein Aktienpaket des "Punkt" erworben. Vater Willo Barnetta hatte mit seiner Grossküchen-Firma fast das gesamte Restaurant ausgerüstet.

Jahrelang war Tranquillo Barnetta Teilhaber des Restaurants Punkt. Vor vier Jahren stieg er aus. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Jahrelang war Tranquillo Barnetta Teilhaber des Restaurants Punkt. Vor vier Jahren stieg er aus. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

"Einfach zu wenig Zeit"

Knapp sechs Jahre später dann, per Anfang 2013, zog sich Tranquillo Barnetta aus seinem finanziellen Engagement im "Punkt" zurück. Mittlerweile 27-jährig und für Schalke 04 tätig, erklärte Barnetta, er und seine Familie hätten ihre Anteile am Restaurant verkauft. "Ich habe neben dem Fussball einfach zu wenig Zeit", sagte er damals. Er habe sich nur aus der Ferne um das Restaurant kümmern können, was auf Dauer nicht ideal sei. Übernommen wurde das Lokal in der Folge von Daniel Zeller.

Aus und vorbei: Über das "Punkt" beim St.Galler Rathaus ist der Konkurs eröffnet worden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Aus und vorbei: Über das "Punkt" beim St.Galler Rathaus ist der Konkurs eröffnet worden. (Bild: Hanspeter Schiess)