Aus für die Eggersrieter Fasnacht

Das Organisationskomitee der Fasnacht Eggersriet hat sich kürzlich aufgelöst. Für Leiterin Brigitte Egger ein schmerzlicher Schritt. Nur wenn eine Nachfolge gefunden wird, hat der Anlass noch eine Zukunft.

Patrick Tobler
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Brigitte Egger Leiterin Organisationskomitee Eggersrieter Fasnacht (Bild: pd)

Brigitte Egger Leiterin Organisationskomitee Eggersrieter Fasnacht (Bild: pd)

Frau Egger, die Suche nach einer geeigneten Nachfolge läuft immer noch. Hat sich dabei schon etwas ergeben?

Brigitte Egger: Bis jetzt hat sich leider noch niemand gemeldet. In unserem Organisationskomitee waren acht Personen, von denen jeder eine andere Aufgabe zugeteilt bekommen hat. Ähnlich könnte es auch bei unseren Nachfolgern aussehen. Ich hoffe auf eine Gruppe von jungen Leuten, die diese Aufgaben längerfristig übernehmen könnte.

Bedeutet das also das Ende für die Eggersrieter Fasnacht?

Egger: Im Moment sieht es so aus. Somit wäre die diesjährige Eggersrieter Fasnacht die letzte gewesen. Nächstes Jahr hätte der Anlass zum 20. Mal stattgefunden. Wir wollten aber einen Schlussstrich ziehen, darum haben wir entschieden, auf das Jubiläum zu verzichten und bereits dieses Jahr aufzuhören.

Was hat zu dieser Entscheidung geführt?

Egger: Es gab keinen bestimmten Anlass. Vielmehr war es ein schleichender Prozess. 17 Jahre lang habe ich im Organisationskomitee mitgewirkt und musste feststellen, dass es über die Jahre immer schwieriger wurde, ausreichend Besucher anzulocken. Viele treue Gäste sind mittlerweile in einem fortgeschrittenen Alter und empfinden die Fasnacht als zu anstrengend. Junge Besucher blieben aus. Auch die Vereine, die bei der Fasnacht mitgewirkt hatten, zogen sich immer mehr zurück. Das hat der Attraktivität des Anlasses zusätzlich geschadet.

Ist die Eggersrieter Fasnacht für Junge generell unattraktiv?

Egger: Die Jungen zieht es wohl zu anderen Veranstaltungen. Grössere Fasnachtsanlässe, wie sie zum Beispiel in Rorschach und Niederwil zu finden sind, sind wahrscheinlich eher das Ziel des jüngeren Publikums.

Kann es sein, dass Fasnacht allgemein bei Jungen nicht mehr so beliebt ist?

Egger: Es lässt sich schon beobachten, dass kleine Fasnachtsanlässe in den umliegenden Gemeinden ebenfalls Probleme haben, auf eine bestimmte Besucherzahl zu kommen. Vielleicht ist die Fasnacht für die Jungen grundsätzlich weniger interessant geworden.

Sind denn konkret Massnahmen ergriffen worden, um mehr Besucher anzulocken?

Egger: Wir haben versucht, den Fasnachtsanlass mit einer Metzgete, die direkt davor stattgefunden hat, attraktiver zu machen. Zwar sind viele Besucher zur Metzgete erschienen, danach aber gleich wieder gegangen.

Kann es sein, dass Eggersriet immer mehr zu einer Schlafgemeinde wird?

Egger: Das könnte schon ein Problem sein. Wir hatten in den letzten Jahren viele Zuzüger, die sich nicht in das Dorfleben integriert haben. Viele dieser Leute orientieren ihre Freizeit an den grösseren Orten, wo sie arbeiten oder bereits einen angestammten Freundeskreis haben.