Aus fünf mach vier

GOSSAU. In Wil und St.Gallen ist das Interesse an einem Mittagessen in der Schule gross. In Gossau hingegen wird das Angebot wenig genutzt. Auf das neue Schuljahr hin wurde es gar reduziert.

Marion Loher
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Nur wenige Gossauer Schüler lassen sich ihr Essen aus der Mittagstischküche schöpfen. (Archivbild: Urs Jaudas)

Nur wenige Gossauer Schüler lassen sich ihr Essen aus der Mittagstischküche schöpfen. (Archivbild: Urs Jaudas)

Seit Anfang Schuljahr können Gossauer Primarschüler in den Schulhäusern Haldenbüel und Othmar betreut und in Gesellschaft zu Mittag essen. Kosten: zehn Franken pro Mahlzeit. Für Familien mit steuerbarem Einkommen bis 40 000 Franken gibt es einen Sozialtarif. Zurzeit sind es pro Woche 44 Kinder von insgesamt 829 Primarschülern, die sich in der Schule über die Mittagszeit verpflegen lassen. Etwa gleich viele wie im vergangenen Schuljahr. Nur gab es damals noch einen Mittagstisch mehr. Aufgrund des gleichbleibenden geringen Interesses wurde das Angebot auf das neue Schuljahr hin reduziert.

Keine grossen Einsparungen

Aufgehoben wurden die Mittagstische im Andreaszentrum und im Witenwis. «Wegen der anstehenden Sanierung des Andreaszentrums haben wir den Vertrag gekündigt und diesen Mittagstisch mit jenem im <Haldenbüel> zusammengelegt», sagt Schulpräsident Urs Blaser. Der Mittagstisch im Kirchgemeindezentrum Witenwis wurde geschlossen, weil man die im Othmarschulhaus nicht mehr benötigte Schulküche umbauen und als neuen Mittagstisch nutzen wollte. So gibt es in Gossau aktuell zwei Mittagstische für die Primarschüler; einen im Westen und einen im Osten der Stadt. Einsparungen sind laut Blaser nur bei den Mietkosten zu finden. «Da die Mietpreise günstig sind, können lediglich 6000 Franken gespart werden», sagt der Schulpräsident. Der Preis für das Essen sei nicht erhöht worden. Der Deckungsbeitrag der Stadt Gossau betrage weiter etwa 65 Prozent der jährlich rund 100 000 Franken Gesamtkosten für das Mittagstisch-Angebot.

Langer Mittag in der Oberstufe

Die Oberstufenschüler können entweder in der Mensa der PHSG oder in jener des Gymnasiums Friedberg zu Mittag essen. Letzteres Angebot wird laut Blaser praktisch nicht genutzt. Ein Grund sei die lange Mittagszeit, die auf Wunsch der Andwiler und Arnegger Schüler eingeführt wurde, damit sie über die Mittagszeit nach Hause gehen könnten. «Dass der Mittagstisch nur wenig genutzt wird, kann auch als gutes Zeichen gewertet werden», sagt der Schulpräsident. Es könne heissen, dass sich die meisten Schüler zu Hause verpflegten. Auch wenn das Interesse gering bleiben soll, werde das Angebot nicht auf einen einzigen Standort reduziert. Das Führen von Mittagstischen wird vom Kanton seit 2008 vorgeschrieben.

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