Aus der Geschichte gelernt

Morgen um 13.30 Uhr starten Martin Kümin und Matias Klarer vom Radballclub St. Gallen in Mosnang in die NLB-Meisterschaft. Nachdem sie vor einem Jahr Verletzungspech hatten, haben sie für die kommende Saison frühzeitig vorgesorgt.

Raya Badraun
Drucken
Teilen
Martin Kümin 30jähriger Radballer (Bild: Ralph Ribi)

Martin Kümin 30jähriger Radballer (Bild: Ralph Ribi)

RADBALL. Was im Sport passiert, ist unvorhersehbar. Ein Nachwuchsathlet kann plötzlich über sich hinauswachsen, die Routiniers hinter sich lassen und alle verblüffen. Ein Sturz oder eine falsche Bewegung kann jedoch auch eine Saison oder gar Karriere in einer Sekunde beenden. Das macht den Reiz des Sports aus. Es führt jedoch auch immer wieder zu enttäuschten Sportlern und Zuschauern.

Eine solch unvorhersehbare Wendung nahm vor einem Jahr auch die Geschichte der beiden St. Galler Radballer Martin Kümin und Matias Klarer. «Wir waren damals in Form und hatten ein gutes Gefühl», sagt Kümin. Zwei Tage vor dem Meisterschaftsstart kugelte sich Klarer im Cupviertelfinal jedoch das Gelenk des kleinen Fingers aus. Obwohl es nur «etwas Kleines» war, wie Klarer sagt, war er gezwungen, eine Pause einzulegen. So mussten die beiden Radballer innerhalb eines Tages einen Ersatzmann finden. Dank des sportlichen Leiters, der eine Club- und Verbandsmitgliedschaft sowie eine Lizenz organisierte, war der Sirnacher Christian Leuenberger bereits in der ersten Runde einsatzfähig.

Nur der zehnte Rang

Die schnellste Lösung war es, dafür nicht die beste. Denn Leuenberger hatte davor länger nicht gespielt, ihm fehlte die Routine. «Wir haben uns schwergetan auf dem Feld», erinnert sich Kümin an die ersten Partien. Obwohl Klarer nach zwei verpassten Runden wieder spielen konnte, mussten die St. Galler in die Abstiegsrunde und belegten am Ende den zehnten Rang. Ihr Ziel, den Final der besten fünf Teams zu erreichen, verpassten sie damit deutlich.

Aus dieser Geschichte haben die beiden St. Galler gelernt und für diese Saison bereits vorgesorgt. Im Radballclub St. Gallen haben sie einen Spieler gefunden, der bei einer Verletzung oder Abwesenheit einspringen würde. Es ist der ehemalige NLA-Radballer Adrian Osterwalder, mit dem Kümin und Klarer noch heute trainieren. Spätestens im Final würde Osterwalder zum Einsatz kommen. Dann ist Kümin nämlich in den Flitterwochen. Zuerst müssen Kümin/Klarer sich jedoch in drei Runden für die Finalqualifikation der besten neun empfehlen und dort wiederum für die besten fünf des Finals.

Offene Ausgangslage

Die Favoriten in der NLB auszumachen, ist nicht ganz so einfach. «Das Feld liegt eng beisammen», sagt der 30jährige Kümin. Vorne mitspielen werden wohl Frauenfeld I, die beiden Teams aus Liestal, Sirnach I und St. Gallen. Sicher ist dies jedoch nicht. Denn auch in diesem Jahr gab es viele Umstellungen in den Zweierteams. «Wir sind mittlerweile wohl dasjenige Team, welches am längsten zusammenspielt», sagt Klarer und lacht. Genau diese offene Ausgangslage vor der Meisterschaft macht den Reiz des Sports aus.

Matias Klarer 29jähriger Radballer (Bild: Ralph Ribi)

Matias Klarer 29jähriger Radballer (Bild: Ralph Ribi)