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AUGENSCHEIN: "Mein grosses Hobby": Heini Ritz hilft seit 50 Jahren beim Aufbau für das St.Galler Kinderfest

Die Aufbauarbeiten auf dem Kinderfestplatz sind auf Kurs. Bald beginnt der dekorative Feinschliff. Mit dabei ist auch einer, der schon vor einem halben Jahrhundert Pflöcke in den Festplatz geschlagen hat.
Luca Ghiselli
Bauchef Andreas Huber koordiniert die Aufbauarbeiten auf dem Festplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bauchef Andreas Huber koordiniert die Aufbauarbeiten auf dem Festplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Er legt den Hammer lässig über die Schulter und lässt den Blick über das Gelände schweifen. Es gibt fast niemanden und nichts, das Heini Ritz hier oben nicht kennt. Sein erster Kinderfestaufbau war 1965 – noch vor Einführung des Dreijahres-Turnus. Damals half er als junger Zimmermann bei den Vorbereitungen für das grosse Fest mit. Und heute, mit bald 79 Jahren auf dem Buckel, steht Ritz immer noch mit Hammer und Arbeitshosen auf dem Festplatz und schlägt Nägel in die Balken. Als Hobby, wie er sagt.

Heini Ritz ist einer von Dutzenden Schreinern, Zimmerleuten und Bühnenbauern, die auf der Kinderfestwiese seit den Ostern im Einsatz stehen. Sie bohren, bauen und hämmern wochenlang für einen grossen Tag. Vier grosse Bühnen mit insgesamt 60 Tonnen Gerüstmaterial, hunderte Sitzbänke und verschiedene Festwirtschaften werden hier in Handarbeit aufgebaut. Sie stehen bereit, wenn es frühmorgens am Festtag heisst: "S’isch". Bis es soweit ist, dauert es noch mindestens vier Wochen. Der erstmögliche Durchführungstermin ist der 16. Mai. Und bis dahin gibt es noch einiges zu tun, wennschon die Aufbauarbeiten weit gediehen sind.

Bohren für die Festwirtschaft: Seit Ostern laufen die Aufbauarbeiten für das Kinderfest. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bohren für die Festwirtschaft: Seit Ostern laufen die Aufbauarbeiten für das Kinderfest. (Bild: Hanspeter Schiess)

Was der Wind zerstören könnte, kommt zuletzt

"Wir sind auch dank des guten Wetters in den vergangenen Wochen gut vorangekommen", sagt Bauchef Andreas Huber. Er führt zusammen mit seinem Geschäftspartner Thomas Krähemann das Büro ihrBaumanager GmbH in St.Gallen und koordiniert die Aufbauarbeiten für das Kinderfest zum ersten Mal. Es sei eine spannende Herausforderung, denn das Gelände ist weitläufig und die Bauten divers. "Wir haben zwar einen Plan, müssen aber auch auf die Natur reagieren", sagt Huber. So bringe man zum Beispiel die rot-weissen Tücher und andere Dekorationen, die besonders windempfindlich sind, erst kurz vor dem Fest an. Auch die Stromkabel zu den Bühnen und den Ständen würden erst möglichst kurz vor dem Fest verlegt. "Es muss nämlich noch einmal gemäht werden. Und Rasenmäher vertragen sich nicht mit Stromkabeln", sagt der Bauchef und zeigt auf die knöchelhöhe Wiese.

Bauchef Andreas Huber koordiniert die Aufbauarbeiten auf dem Festplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bauchef Andreas Huber koordiniert die Aufbauarbeiten auf dem Festplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)



Huber koordiniert auch den Aufbau der Sitzbänke in der Stadt für den Umzug. 178 Bänke und 534 Böckli sind es an der Zahl, sie stehen am Bohl, in der Schützengasse, beim Broderbrunnen und neu auch in der Neugasse. "Dort beginnt der Aufbau aber erst um 2 Uhr morgens vor dem Fest", sagt Huber. Am Festtag selbst hat der Baumanager dann Pikettdienst, genauso wie die zahlreichen Handwerker. Falls etwas kaputt geht, ist die Hilfe sofort zur Stelle.

Für den einen Premiere, für den anderen Ritual

Für Andreas Huber ist der Kinderfestaufbau eine Premiere, für Heini Ritz fast schon ein Ritual. Und das, obwohl der pensionierte Zimmermann schon seit Jahren in der Nähe von Fribourg wohnt. Für die Zeit vor und nach dem Kinderfest hat er eigens eine Einzimmerwohnung in St.Gallen untergemietet. "Das ist für mich keine Arbeit, sondern neben dem Wandern mein grosses Hobby", sagt Ritz. Er geniesse es, mit seinen alten Arbeitskollegen zusammen zu sein. Hat sich in all den Jahren auf dem Kinderfestplatz vieles verändert? "Nicht wirklich", sagt der 78-Jährige. Die Vorschriften seien strenger geworden, aber sonst sei fast alles beim alten geblieben.

Hunderte Pflöcke und Pfähle schlagen die Arbeiter ein. (Bild: Hanspeter Schiess)

Hunderte Pflöcke und Pfähle schlagen die Arbeiter ein. (Bild: Hanspeter Schiess)

26 Tage für den Feinschliff

Unten am Waldrand decken Dekorateure die Bühne Centrum ab. Ein Arbeiter schlägt mit einem Vorschlaghammer Pflöcke in die Kuhweide. Mindestens 26 Tage bleiben noch für den Feinschliff, bevor rund 50000 Städterinnen und Städterinnen und Städter, Schulkinder und Neugierige in Scharen die Wiese bevölkern. Wer hier oben wochenlang baut, baut nur für einen Tag.

Feinschliff auf der Bühne Centrum: Mithilfe eines Gerüsts decken Dekorateure das Bühnendach ab. (Bild: Hanspeter Schiess)

Feinschliff auf der Bühne Centrum: Mithilfe eines Gerüsts decken Dekorateure das Bühnendach ab. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heini Ritz ist ein treuer Helfer beim St.Galler Kinderfest. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heini Ritz ist ein treuer Helfer beim St.Galler Kinderfest. (Bild: Hanspeter Schiess)

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