AUFWERTUNGSPROJEKT MOOSWEIER: Mehr Natur beim Cinedome

Der heute teils verschlammte Moosweier neben dem Cinedome soll zu einer Visitenkarte am Ortseingang werden. Mit Blumenwiesen, Holzsteg, Sitzbänken und Fontäne. Auch die Stadt beteiligt sich finanziell.

Corinne Allenspach
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Heute abgeschottet von der Öffentlichkeit, soll für 320 000 Franken rund um den Moosweier künftig ein Pärkli entstehen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heute abgeschottet von der Öffentlichkeit, soll für 320 000 Franken rund um den Moosweier künftig ein Pärkli entstehen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Er fristet seit Jahren ein Mauerblümchendasein, der Moosweier beim Cinedome. Der Weiher, der einst der Brauerei Stocken gehörte und der Eisproduktion diente, wie ein alteingesessener Abtwiler weiss, ist seit langem verschlammt, zu einem grossen Teil verlandet, eingezäunt und für Passanten nicht direkt zugänglich. So bringt er zwar ein Stück Natur in dieses intensiv genutzte und verkehrsreiche Gewerbegebiet an der Grenze Stadt St. Gallen–Gaiserwald. Doch konkret genutzt werden kann er von der Öffentlichkeit nicht. Und deshalb blieb der Weiher bisher von vielen Leuten unbeachtet.

Das soll sich nun ändern. Ab morgen Mittwoch liegen im Gemeindehaus in Abtwil die Pläne zur Aufwertung des Moosweiers auf. Die Idee: Zusammen mit der Grünfläche im Spickel zwischen Bildstrasse und Moosstrasse soll ein Pärkli entstehen, mit Sitz­gelegenheiten, Blumenwiesen, Kieswegen und einem Holzsteg, der direkt zum Weiher führt. Die Bürgerversammlung Gaiserwald hat dafür im März einen Kredit von rund 320 000 Franken bewilligt. Daran leistet gemäss «Gaiserwalderblatt» zudem die Stadt St. Gallen aus dem Tüfentobel-Fonds einen namhaften Beitrag von maximal knapp 100 000 Franken.

Migros plante einst ein Mega-Einkaufszentrum

Das Grundstück mit dem Moosweier ist seit Frühling 2004 im Besitz der Gemeinde Gaiserwald. Vorher hat es gut 30 Jahre der Migros Ostschweiz gehört. Diese erwarb das Land Ende 1972, weil sie ein grosses Einkaufszentrum namens «Westpark» geplant hatte und nicht wusste, wie viel Fläche dieses benötigen würde. Das Grossprojekt wurde schliesslich fallen gelassen, stattdessen eröffnete die Migros 1986 den Säntis­park. Weil das Grundstück mit dem Weiher für die Migros «nur mit Kosten und Aufwand verbunden war», wie Mediensprecherin Natalie Brägger sagt, habe man es schliesslich «zu einem symbolischen Preis an die Gemeinde Gaiserwald verkauft».

Diese will das Potenzial der Grünfläche nun nutzen als Visitenkarte am Dorfeingang. «Es gibt etwas Schönes», freut sich Ratsschreiber Andreas Kappler. Er hofft, dass nach der Aufwertung viele Leute im Pärkli verweilen, um dort «ein paar ruhige Minuten zu geniessen». Für die ­artenreichen Blumenwiesen, Staudenrabatten und Bäume, die das Pärkli gegen die Strasse hin abgrenzen, werden gemäss Kapp­ler ausschliesslich einheimische Gewächse gepflanzt. Zudem werde der Weiher entschlammt und eine ausgewogenere Mischung an Fischen eingesetzt. Grössere Tiere werden nicht explizit angesiedelt. Dafür sind die viel befahrenen Strassen zu nahe – und zu gefährlich. Zur Verbesserung der Wasserqualität wird eine Fontäne erstellt. Die Weiherfläche soll vergrössert und um Flachwasserzonen erweitert werden. Gehen keine Einsprachen ein, könnte noch dieses Jahr mit der Aufwertung begonnen werden.