AUFTAKT: «Ich will in die Top vier»

Der EHC St. Gallen startet heute um 20.15 Uhr mit einem Heimspiel gegen St. Moritz in die 2.-Liga-Meisterschaft. Trainer Christian Schuster über seinen Wechsel hinter die Bande und die Startschwierigkeiten in St. Gallen.

Ives Bruggmann
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Christian Schusters Konzept basiert auf defensiver Stabilität. (Bild: Ralph Ribi)

Christian Schusters Konzept basiert auf defensiver Stabilität. (Bild: Ralph Ribi)

Interview: Ives Bruggmann

ives.bruggmann

@tagblatt.ch

Als Spieler hat Christian Schuster vieles gesehen. Der Österreicher spielte auf höchstem Niveau Eishockey, unter anderem in Olten, Biel oder Zug. Die meiste Zeit davon in der NLB, vereinzelt aber auch in der NLA. Zuletzt war er beim EHC Uzwil in der 1. Liga engagiert. Mit nun 44 Jahren wechselt der im Aargau aufgewachsene Schuster auf die Trainerbank des EHC St. Gallen – und verfolgt auch dort ehrgeizige Ziele.

Christian Schuster, in der vergangenen Saison verteidigten Sie noch aktiv in der 1. Liga. Warum haben Sie sich nun für den Wechsel hinter die Bande entschieden?

Am liebsten hätte ich ewig weitergespielt. Aber ich war halt doch schon um einiges älter als die meisten Mitspieler. Und mein Körper benötigt mittlerweile mehr Erholung. Deshalb habe ich mich entschieden, dass es Zeit ist, kürzer zu treten.

Und warum haben Sie sich für den EHC St. Gallen als erste Trainerstation entschieden?

Mir war klar, dass ich dem Eishockey treu bleiben will. Ich wollte bei meiner ersten Trainerstation als Headcoach für eine Mannschaft verantwortlich sein. Es gab zwar auch Möglichkeiten, in der 1. Liga als Assistent einzusteigen, aber das wollte ich nicht. Beim EHC St. Gallen kann ich zudem ohne Probleme meinem 100-Prozent-Job als Kundenberater nachgehen.

Wie ist Ihr Start in St. Gallen verlaufen?

Ich habe die Mannschaft bereits in der vergangenen Saison mehrmals beobachtet. Ich wusste also, was mich erwartet. Leider haben auf die neue Saison hin rund ein Dutzend Spieler den Verein verlassen. Das hat den Start natürlich ein wenig erschwert. Für mich ging es in erster Linie darum, die Positionen Stück für Stück neu zu besetzen.

Das Kader ist aber noch immer dünn besetzt.

Das ist so, hat aber auch damit zu tun, dass der Markt ausgetrocknet ist. Zudem verdient bei uns jeder Spieler gleich viel: nichts. Unter Vertrag stehen derzeit 16 Spieler und zwei Goalies. Wenn dann noch Absenzen dazu kommen, wird es tatsächlich eng. Wir können jedoch weiterhin auf die Zusammenarbeit mit dem EHC Uzwil zählen und bekommen für die Partien jeweils den einen oder anderen Spieler.

Also werden Sie auch als Spieler im Einsatz stehen?

So lange Not am Mann ist, ja. Das ist aber kein Problem, denn ich habe mit Michael Rossi einen Assistenten, auf den ich mich verlassen kann.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich will die Top Vier erreichen. Ich weiss, dass es recht ambitioniert ist, aber so bin ich. Platz vier ist mit positivem Druck verbunden. Hingegen löst Rang acht eher negative Emotionen aus.

Wie wollen Sie das erreichen?

Ich will jeden Spieler durch Detailarbeit weiterbringen. Denn durch den Fortschritt jedes einzelnen Spielers während einer Saison wird auch die ganze Mannschaft besser. Darüber hinaus basiert mein Konzept auf defensiver Stabilität. Das liegt sicher auch daran, dass ich selber Verteidiger bin. Ich erwarte von den Spielern, dass sie Stolz in die defensive Arbeit legen.

Wie lautet Ihr Ziel für das erste Spiel?

Ganz einfach: drei Punkte.