Aufstand am Waltramsberg

Der Waltramsberg soll Naherholungsgebiet bleiben. An einer Information des Quartiervereins Rotmonten gab es nur negative Stimmen zur Umzonung, wie sie im Richtplan angedacht wird.

Fredi Kurth
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Information vor Ort: Georg Streule (mit Tasche) und Bernhard Reeb (rechts von ihm) vom Quartierverein Rotmonten beantworten Fragen. (Bild: Urs Bucher)

Information vor Ort: Georg Streule (mit Tasche) und Bernhard Reeb (rechts von ihm) vom Quartierverein Rotmonten beantworten Fragen. (Bild: Urs Bucher)

Der Quartierverein hat zur Info an Ort und Stelle eingeladen. Nicht ohne Absicht: Der Blick vom Waltramsberg hinunter in den Osten der Stadt macht deutlich, wie schön es dort oben ist. Rund 60 Leute sind erschienen. «Immerhin», sagt Bernhard Reeb, Präsident des Quartiervereins Rotmonten, der am Samstagvormittag noch etwas mehr Publikum erwartet hatte. Und immerhin, könnte man anfügen, waren alle einer Meinung: Der Waltramsberg darf nicht überbaut werden.

Von 190 sind 183 dagegen

Bis es so weit wäre, würden nach Einschätzung von Reeb allerdings noch 10 bis 15 Jahre ins Land ziehen. Denn bei der vorgesehenen Einzonung handelt es sich erst um eine Idee im unverbindlichen Richtplan der Stadt. Doch einig war man sich, dass jetzt schon, in Vernehmlassung bis Ende Februar, dem Missfallen Ausdruck gegeben werden müsse. Zu diesem Zweck hat der Quartierverein auch eine schriftliche Abstimmung lanciert. Von den bisher eingegangenen 190 Voten sprechen sich gerade mal sieben für die Umzonung aus.

Etwa 40 Wohneinheiten für 150 bis 180 Einwohner sollen auf vier Hektaren am Hang zwischen Hompeli und Kirchlistrasse entstehen. «Einfamilienhäuser für Leute mit grossem Portemonnaie», wie Georg Streule vom Quartierverein bemerkte.

«Noch Fragen?», erkundigte sich Reeb, der sich bemühte, als Vertreter einer möglichst neutralen Organisation zu erscheinen. Doch der Quartiervereinspräsident lancierte weniger eine Fragestunde als einen Schwall eindeutiger Stellungnahmen. Wenn man zuwarte, werde es ganz schwierig, sagte eine Frau. Ein Anwohner wies darauf hin, dass die Überbauung die Verkehrskapazität der Kirchlistrasse sprengen würde und vom öV nicht erschlossen wäre. Ein Architekt störte sich am Widerspruch, dass der Waltramsberg im kantonalen Richtplan gar nicht eingezont sei.

«Viel Fläche für wenig Leute»

Es war eine eigenartige Vermengung von Leuten, die sich da zusammengerauft hat. Ein ehemaliger Kantonsschulprofessor war von der Stadt hochgekommen, weil seine Tochter in Rotmonten wohnt, aber auch weil ihm selbst der Weg über den Waltramsberg zum Peter-und-Paul-Wildpark eine Herzensangelegenheit ist: «Das Naherholungsgebiet für Tausende von Spaziergängern soll zugunsten von knapp zweihundert Einwohnern geopfert werden?» Auch Basil Oberholzer, Co-Präsident der Jungen Grünen, meldete sich: «40 Menschen pro Hektare, das sind wenig Leute für so viel Wohnfläche. Auf solches Wachstum um des Wachstums willen kann man verzichten.»

Das falsche Objekt?

Die Stadt wolle eben grösser werden und sei verpflichtet, verdichtet zu bauen, hatte Reeb versucht, auch die andere, sonst nicht anwesende Seite aufzuzeigen. «Verdichtet kann nur gebaut werden, wo schon Häuser stehen», wandte ein weiterer Architekt ein. «Und die Überbauung Birnbäumen kam auch harmlos daher.» Waltramsberg das falsche Gelände für mehr Wohnraum? Rotmonten wird es der Stadt jedenfalls nicht einfach machen.