AUFSCHWUNG: Beliebtes Pflaster für Bauherren

In der Gemeinde Thal entstehen in den nächsten Jahren mehrere Überbauungen. Die Miet- und Eigentumswohnungen liegen meist zentral und sind sehr gefragt.

Simon Roth
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Simon Roth

simon.roth@tagblatt.ch

Die Gemeinde Thal ist vom Baufieber erfasst. «Ein höheres Bauaufkommen ist zurzeit erkennbar», sagt Gemeindepräsident Robert Raths. In den nächsten Jahren entstehen – auf die drei Ortsteile Altenrhein, Staad und Thal verteilt – einige hundert Neuwohnungen. Im Herbst des vergangenen Jahres erst ist das Einkaufszentrum rhein.thal.arena auf dem Areal der ehemaligen Grossraum-Diskothek Arena fertig geworden.

Die Entwicklung geht laut Raths in eine gute Richtung, hat sich die Gemeinde doch das Ziel von einem halben Prozent Bevölkerungswachstum pro Jahr gesetzt. «Betrachtet man die Statistiken, sind wir im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 21 Einwohner geschrumpft», sagt Raths. Vielleicht sei die Gemeinde Ende dieses Jahres durch die verschiedenen Bauten bereits um 80 Neuzuzüger reicher, mutmasst er. «Die Überbauungen entstehen auf eingezontem Bauland und sind bewilligt», betont Raths. Ob alle neu entstandenen Wohnungen besetzt würden, könne er nicht sagen. Die Aufgabe des Gemeinderats sei es vielmehr, die Entwicklung der Gemeinde im Auge zu behalten und das Angebot den Bevölkerungszahlen anzupassen. «Wir wissen, dass in Thal 7500 Einwohner mit der öffentlichen Infrastruktur versorgt werden können», sagt Raths.

Investitionen dürften sich gelohnt haben

Was den Bauboom ausgelöst hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Eine Umfrage dieser Zeitung bei den Bauherren zeigt, dass sich die Investitionen gelohnt haben dürften. Die Nachfrage sei überwältigend, bestätigen viele.

«Im Dezember haben wir elf Zwei-Zimmer-Wohnungen in Thal gegenüber der alten Post fertiggestellt», sagt Kurt Steiger, Mitinhaber der «BHB Hausbau GmbH». Die Wohnungen seien alle vermietet. Die Mieter hätten die Objekte bereits bezogen. «Das habe ich noch nie erlebt», sagt Steiger. In den neu entstandenen Alterswohnungen lebten vor allem ältere Leute, denen der Schritt, ins Altersheim zu gehen, noch verfrüht scheint. Ein Einfamilienhaus zu hüten, sei für diese Personen allerdings zu aufwendig. Dieses übergäben sie ohnehin beim Auszug meist ihren Kindern. «Den Senioren genügt eine Zwei-Zimmer-Wohnung vollkommen», sagt Steiger. Im Dorfzentrum könnten diese selbstbestimmt leben. «Alte Leute gehören nicht an den Stadtrand», resümiert er.

Weitere knapp 30 Wohnungen werden diesen Sommer an der Rheineckerstrasse fertiggestellt. Die Bauherrin, ein Familienbetrieb, sei regelrecht«überfahren von der gewaltigen Anfrage». Thal sei eben eine ruhige und schöne Gemeinde, erklärt man sich den Ansturm.

Ralph Niederer von der Firma N-R-G baut Eigentumswohnungen an der Dorfstrasse in Thal. Diese werden im März 2018 fertiggestellt. Bereits jetzt sind fünf der sieben Wohnungen reserviert. Er vermutet, dass die tiefe Zinssituation sich positiv auf ­Investitionen auswirkt und deshalb eine erhöhte Bautätigkeit herrscht.

Bauland vorwiegend in privater Hand

Gut möglich, dass der Bauboom schon bald wieder abflaut. «Die Gemeinde verfügt über wenige Bodenreserven», sagt Bauamtsleiter Herbert Perchtold. Die «Föhnpiste» in Altenrhein sei die grösste Baulandreserve in ihrem Besitz. In nächster Zeit seien jedoch keine Projekte zur Bebauung des Grundstücks geplant.

«Das Bauland befindet sich vor allem in privater Hand», sagt Perchtold. Weitere Einzonungen werde es in kommender Zeit nicht geben. «Zuerst muss der kantonale Richtplan vom Bund bewilligt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Einzonungen ein No-Go», sagt Perchtold.