Aufklärung am Bärenplatz

«Wollen Sie eine Love-Box?» Passanten am Bärenplatz halten verdutzt an. Die freundlichen Damen, die die Frage stellen, werben nicht etwa für das horizontale Gewerbe, sondern für ein seriöseres Thema: sexuelle Empfängnis und Gesundheit.

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Passanten erhalten Infos zu Verhütung und Geschlechtskrankheiten. (Bild: Jean-Yves Proeller)

Passanten erhalten Infos zu Verhütung und Geschlechtskrankheiten. (Bild: Jean-Yves Proeller)

«Wollen Sie eine Love-Box?» Passanten am Bärenplatz halten verdutzt an. Die freundlichen Damen, die die Frage stellen, werben nicht etwa für das horizontale Gewerbe, sondern für ein seriöseres Thema: sexuelle Empfängnis und Gesundheit. Die Frauen arbeiten für die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität und veranstalten eine Standaktion, um die St. Gallerinnen und St. Galler umfassend zu informieren. Anlass ist der «Internationale Tag der Verhütung».

Kichernde Mädchen

Auf Nachfrage bekommt man Prospekte in die Hand gedrückt. «Alles, was ich über die Verhütung wissen will», lautet der Titel eines Heftchens. Da kommt die Frage auf: Was will man eigentlich darüber wissen? Die jugendlichen Passanten nicht allzu viel, scheint es zunächst. Eine Gruppe Mädchen nähert sich dem Stand, verschwindet kichernd gleich wieder. Ein paar junge Männer, die ein wenig später zum Stand kommen, sind mutiger. Als eine der Mitarbeiterinnen einem Jugendlichen ein Präservativ reicht, ist dieser sichtlich erfreut. «Kann ich immer gebrauchen», sagt er.

Sylvia Sturzenegger, Leiterin der Beratungsstelle, stellt Interessierten die verschiedenen Verhütungsmittel vor. Sorgfältig aufgereiht liegen Anti-Baby-Pille, Vaginalring und Hormonpflaster. Auch die klassische Banane aus dem Sexualkunde-Unterricht darf nicht fehlen.

Offene Bevölkerung

«Es geht uns nicht nur um Empfängnisverhütung», sagt Sturzenegger. Wichtig sei auch der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Standaktion sei ein Erfolg: Die St. Galler seien offen und liessen sich gerne informieren. «Wir richten uns vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene», sagt Sturzenegger. Eine Altersuntergrenze gebe es nicht. «Ich werde dennoch keinem 13-Jährigen ein Präservativ geben», sagt sie. (jyp)