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AUFGEBOT: Goldacher Medaillenhoffnung

Die Rollstuhl-Curlerin Claudia Hüttenmoser wird mit dem Schweizer Team an den Paralympics in Pyeongchang keine ruhigen Steine schieben können. Ziel bleibt wie vor acht Jahren der Halbfinal.
Urs Huwyler
Die Goldacherin Claudia Hüttenmoser wird nach 2010 in Vancouver zum zweiten Mal an Paralympics dabei sein. (Bild: Urs Huwyler)

Die Goldacherin Claudia Hüttenmoser wird nach 2010 in Vancouver zum zweiten Mal an Paralympics dabei sein. (Bild: Urs Huwyler)

Urs Huwyler

redaktionot@tagblatt.ch

2010, also sieben Jahre nach ihrem Autounfall, reiste die in Berneck aufgewachsene Claudia Hüttenmoser-Pfister (Goldach) mit dem Schweizer Rollstuhl-Curlingteam zu den Paralympics nach Vancouver. Der Zeitaufwand für den Sport und die Belastung durch das intensive Training sei gross, das Ziel in der kanadischen Olympiastadt die Halbfinal-Qualifikation. Vor den Winter-Weltspielen 2018 in Südkorea (9. bis 18. März) tönt es bei der zweifachen Mutter fast wörtlich gleich. Und doch hat sich einiges geändert.

«Damals glaubten wir, Leistungssport zu betreiben. Doch mit jenem Niveau würden wir heute nicht einmal Schweizermeister», erklärt Claudia Hüttenmoser, die 2016 in Luzern mit Rang vier an der WM in Luzern einen sportlichen Höhenflug erlebte. Rückblickend seien sie in Vancouver trotz der Steigerung gegenüber Turin 2006 mehr oder weniger Breitensportler gewesen. «Seither sind die Anforderungen in allen Bereichen gestiegen, andere Nationen haben den Profisport eingeführt. Bei uns ist es zwar noch nicht soweit, aber das Budget wurde im Vergleich zu 2010 ebenfalls erhöht.»

Amateure mit professionellem Umfeld

Noch immer müssen die einzelnen Kader-Curler jährlich zwischen 12 000 und 15 000 Franken aufbringen, obwohl es keine Hightech-Rollstühle brauche. Die Ferien würden nicht ausreichen, um die Absenzen auszugleichen. Das Team reist quer durch die Welt, bereitet sich auch im Sommer in Lehrgängen vor. WM in Südkorea, Turniere in Übersee oder im hohen Norden, 15 bis 20 Stunden Training wöchentlich, der Aufwand entspricht inzwischen jenem der Fussgänger. «Ohne Unterstützung durch die Familie und das Umfeld wäre es dies unmöglich. Trotzdem sind wir weiterhin Amateure, die sich ein möglichst professionelles Umfeld zu schaffen versuchen.»

Geändert hat sich nach Aussage der Rorschacher Kreisrichterin unter Nationaltrainer Stephan Pfister das Gesamtpaket. Kraft-, Mental-, Technik- oder Ausdauertraining mit dem Handbike gehörten ebenso dazu wie die taktische Schulung. «Sonst wäre es unmöglich, ein Turnier mit elf Partien durchzustehen», weiss die 50-jährige ehemalige Volleyballerin des Rollstuhlclubs St. Gallen, mit dem sie 2017 als Skip die nationale Meisterschaft gewinnen konnte.

Für die erfolgreiche Titelverteidigung des Schweizer Meistertitels anfangs Februar 2018 dürfte es wegen gesundheitlicher Probleme einzelner Teamstützen allerdings schwierig werden. Bleibt der Gedanke, weshalb Frau sich das bei kaum Anerkennung und roten Zahlen antut, nicht einfach national stressfrei ruhige Steine schiebt «Das frage ich mich manchmal auch.»

Freude am Rollstuhl-Curling ist geblieben

Aber es ist die Leidenschaft, die Freude, der Spass am Rollstuhl-Curling. 2010 nach Vancouver wäre wohl einiges zusammengebrochen, hätte ich ebenfalls aufgehört», weiss Claudia Hüttenmoser als Mitgründerin der Curling-Abteilungen in St. Gallen und Wetzikon. Einiges verbessert hat sich nach Ansicht der letzten Mohikanerin aus dem 2010er-Team die breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit. «Zu Beginn herrschte der Tenor vor, es sei doch schön, dass die Behinderten ebenfalls Sport treiben könnten, sie müssten doch auch etwas haben. Heute sind die Paralympics in weiten Kreisen als Sportanlass akzeptiert, die Medien berichten mehr darüber als früher. Nicht aus Mitleid, sondern weil Leistungen erbracht werden.» Mit einer Medaille an den Winter-Weltspielen in Pyeongchang liesse sich der steinige Aufwärtstrend auf dem Eis weiter anheizen.

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