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AUF ZEITREISE IN DER MARKTGASSE: Im Mai gehen die St.Galler mit Vadian zum Markt

Am 26.Mai findet der Erlebnistag «Gasterei & Handwerk vor 500 Jahren» statt. Besucher erhalten in der Marktgasse Einblick in die Gepflogenheiten der Reformationszeit und deren Auswirkungen auf heute.
Arcangelo Balsamo
Am Erlebnistag werden Dinge so hergestellt wie vor 500 Jahren. (Bild: Donato Caspari)

Am Erlebnistag werden Dinge so hergestellt wie vor 500 Jahren. (Bild: Donato Caspari)

Die Marktgasse präsentiert sich am Samstag 26. Mai in einem besonderen Gewand. Zwischen 9 Uhr und 18. Uhr findet dann der Erlebnistag «Gasterei & Handwerk vor 500 Jahren» statt. An 15 Ständen zwischen Vadian-Denkmal und Bärenplatz werden unter anderem Pfeile, Seile und Kettenhemden hergestellt. Ausserdem präsentieren Schmiede, Seilmacherinnen und Näherinnen ihr Handwerk. Der Buchdruck und die Kalligrafie gehören ebenfalls zu den Themen.

Neben dem handwerklichen Aspekt liegt der Schwerpunkt auf der Kulinarik des 16. Jahrhunderts. «Es soll möglichst authentisch werden», sagte Stadtpräsident Thomas Scheitlin an der Medienorientierung. Dazu gehöre auch, dass die Getränke beispielsweise nicht in Plastikbechern, sondern in Tongefässen ausgeschenkt würden. «Die Besucher sollen erleben, wie Dinge vor 500 Jahren hergestellt wurden. Wir wollen, dass am Anlass die Reformationszeit greifbar wird», sagt der Stadtpräsident. Deshalb könnten sich die Besucher am Erlebnistag auch im altertümlichen Handwerk versuchen. Neben dem Ausprobieren liegt das Augenmerk am Erlebnistag auf dem Informieren und dem Konsumieren. Ausserdem wird der Anlass musikalisch umrahmt. Beispielsweise vom Rheintaler Barden Urs Stieger, der Lieder aus der damaligen Zeit singt und auf selbst gebauten Instrumenten spielt. Auch eine Geschichtenerzählerin ist während des Erlebnistages auf der Gasse unterwegs.

Vadian trifft auf Zwingli

Nach dem Fassanstich um 12 Uhr treffen Vadian und Zwingli aufeinander. Sie werden von der Kanzel beim Brunnen in der Marktgasse ihre Worte ans Publikum richten. «Sie unterhalten sich, gehen aber auch auf brisante Themen von damals ein wie etwa dem Verhältnis zwischen Kirche und Staat», sagt Daniel Schmid Holz, Geschäftsleiter des Reformationsjubiläums. Zudem könnten Besucher im Anschluss ein Selfie mit Zwingli und Vadian machen. Am Erlebnistag schlüpfen Matthias Flückiger und Res Beutler in die Rollen der Reformatoren. Nach dem Auftritt der beiden übernehmen diverse Rednerinnen und Redner den Platz auf der Kanzel.

Der Erlebnistag findet im Rahmen des 500-jährigen Jubiläums der Reformation im Kanton statt. Das Ziel der Stadt ist jedoch nicht nur die damalige Zeit erlebbar zu machen, sondern im Verlaufe des Jubiläumsjahrs aufzuzeigen, wie die damalige Epoche die heutige Zeit geprägt hat. Zu diesem Zweck wird unter anderem eine Plakataktion mit dem Namen «Zum Beispiel» lanciert. Acht Plakate werden in der kommenden Woche in der Multer-, Spiser- und Neugasse aufgestellt. Sie führen entlang der Gassen bis zum Vadian-Denkmal. Ebenfalls in der nächsten Woche werde die Internetseite zum Projekt aufgeschaltet, sagt Schmid Holz.

Die Plakate zeigen, was es ohne Reformation nicht geben würde. Eines zeigt beispielsweise auf, dass es zum Geburtstag keinen Kuchen gäbe. Bis ins 20. Jahrhundert galt das Feiern des Geburtstages nämlich als protestantisch. Das katholische Gegenstück war der Namenstag. An diesem feierten die Katholikinnen und Katholiken die eigene Namenspatronin beziehungsweise den eigenen Namenspatron. Protestanten konnten mit diesem Konzept nichts anfangen, da sie die Heiligenverehrung ablehnten.

Rahmenprogramm an verschiedenen Standorten

Neben dem Erlebnistag auf der Marktgasse wird am 26. Mai auch an anderen Orten ein besonderes Programm angeboten. Jeweils um 10 Uhr, 14.15 Uhr und 15 Uhr gibt es eine geführte Turmbesteigung der Kirche St. Laurenzen. Im Inneren der Kirche gibt Thomas Ulsamer um 11.15 Uhr ein Orgelkonzert. Er spielt Werke aus dem St.Galler Orgelbuch von Fridolin Sicher. Im Anschluss wird es moderner. Natasha und Andreas Hausammann spielen Kammerpop. In der Denk-Bar wird um 11 Uhr eine Kabarett-Matinée mit Liedern aufgeführt. Im Stück geht es vor allem um die Rolle der Reformanzen. Ausserdem laden die Stiftsbibliothek sowie das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen zu Ausstellungen mit Thematiken zur Reformationszeit.

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