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Auf vielen Wegen Spuren hinterlassen

Ob als Gemeindeammann, Kantonsrat, Bankleiter, Grossratspräsident oder Familienmensch: Albert Schwendimanns Handeln war stets geprägt von christlichen Werten. Am 17. Oktober ist er 89jährig gestorben.
Albert Schwendimann, 31. Juli 1927–17. Oktober 2016. (Bild: PD)

Albert Schwendimann, 31. Juli 1927–17. Oktober 2016. (Bild: PD)

Es gibt Menschen, deren Tage scheinen mehr als 24 Stunden zu haben. Und es gibt Menschen, die hinterlassen grössere Spuren als andere, wenn sie dereinst die Welt verlassen. Albert Schwendimann gehört sicherlich dazu. Mehr als 25 Jahre lang, von 1963 bis 1988, amtete er als Andwiler Gemeindeammann. Mit viel Weitsicht, Herz und Verstand, wie der jetzige Gemeindepräsident Dominik Gemperli an der Trauerfeier in der Kirche Andwil sagte. Andwil trage zu einem beachtlichen Teil Albert Schwendimanns Handschrift. «Es ist unsere Verpflichtung, mit seinem Lebenswerk vorsichtig und behutsam umzugehen.»

Am 31. Juli 1927 kam Albert Schwendimann in St. Gallen-Bruggen als ältestes von vier Kindern zur Welt. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und musste wegen der Arbeitslosigkeit seines Vaters die Kantonsschule verlassen und eine KV-Lehre machen. Diese absolvierte er bei der Darlehenskasse in Muolen. An die lehrreiche und schöne Zeit in Muolen und seinen Lehrmeister, der ihm ein väterlicher Freund war, erinnerte sich Albert Schwendimann zeitlebens gerne, wie seine Kinder im Lebenslauf schreiben.

Ein Leben voller Interessen

An einem Tanzkurs lernte er seine zukünftige Frau Trudi kennen. 1953 heirateten die beiden und wurden glückliche Eltern von fünf Kindern. 1955 wurde Albert Schwendimann Verwalter der Darlehenskasse Andwil. Bankverwalter blieb er – parallel zum Amt des Gemeindeammanns – bis zur Pension. 1960 wurde er für die CVP in den Kantonsrat gewählt, 1963 zum Gemeindeammann, 1971 zum Präsidenten des St. Galler Verbands der Raiffeisenbanken. Im Militär stieg er bis zum Oberst auf. Als Kantonsrat setzte er sich für finanzschwächere Gemeinden ein, was ihm den Titel «Steuerausgleichspapst» oder «Monsieur Basissteuer» einbrachte, wie Gemperli in seiner Rede sagte. Die Krönung von Schwendimanns politischem Engagement war 1983 die Wahl zum Grossratspräsidenten des Kantons St. Gallen.

Ihr Vater habe aber nicht nur kaufmännische, politische und militärische Interessen gehabt, schreiben seine fünf Kinder im Lebenslauf. Sein Leben sei geprägt gewesen von einem tiefen Glauben und trotz der meist vollen Agenda fand er immer wieder Zeit für ein Spiel mit den Kindern. Er hatte auch eine poetische Ader, liebte klassische Musik, Literatur oder Wanderungen. Zu seinen liebsten Sonntagsausflügen gehörte ein Spaziergang auf die Hundwilerhöhi. Besonders viel bedeuteten ihm Familienfeiern mit den 5 Kindern, 13 Enkeln und 3 Urenkeln. Nach einer Nierenoperation vor zehn Jahren erholte er sich nie mehr ganz. Später wurde eine Parkinson-Erkrankung vermutet, und bald war er auf den Rollstuhl angewiesen. Am 17. Oktober hörte Albert Schwendimann nach einer ruhigen Nacht im Beisein seiner Frau und seiner Tochter auf zu atmen.

Ein eigener Marsch zu seinen Ehren

Zu Ehren seiner Wahl zum Grossratspräsidenten 1983, wurde der «Albert Schwendimann Marsch» komponiert. «Dieser Umstand sagt eigentlich bereits alles über die unglaubliche Wertschätzung gegenüber Albert Schwendimann als Politiker und Mensch», sagte Gemperli an der Trauerfeier. Die Musikgesellschaft Andwil spielte den Marsch anschliessend nochmals. (cor)

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