Auf Umwegen zum Tierheim

ENGELBURG. Während der Sommerferien herrscht im «Sitterhöfli» Hochbetrieb. Doch die Zufahrt zum Engelburger Tierheim ist wegen eines Erdrutsches gesperrt. Nun soll der Hang verstärkt werden.

Linda Müntener
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Starke Absenkungen unterhalb der Strasse machen die Zufahrt zum «Sitterhöfli» derzeit unmöglich. (Bild: Coralie Wenger)

Starke Absenkungen unterhalb der Strasse machen die Zufahrt zum «Sitterhöfli» derzeit unmöglich. (Bild: Coralie Wenger)

Das Tierheim Sitterhöfli in Engelburg steht kurz vor der Hochsaison: Viele Leute, die in den Sommerferien vereisen, bringen ihr Haustier in der Tierpension unter. Doch gerade jetzt hat das Tierheim mit einem Problem zu kämpfen: Seit über drei Wochen ist die Zufahrt von der Engelburger Seite gesperrt – aus Sicherheitsgründen. Denn die starken Regenfälle Anfang Juni haben ihre Spuren hinterlassen. «Der Hätterenweg war verschüttet», sagt Tierpflegerin Lea Styger. Und das nicht zum erstenmal.

Absenkungen und Rutschungen

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Gesteinsabbrüchen und Hangrutschen an der Böschung beim Hätterenweg. Der Boden in diesem Gebiet sei «lebendig», sagt Thomas Meyer, Leiter des Tiefbauamts Gaiserwald. «Bei starken Regenfällen kommt es oft zu Gesteinsabbrüchen.» So auch am Flutwochenende vom 31. Mai bis zum 2. Juni. Gesteins- und Erdmassen verschütteten die Strasse. «Diese haben wir mittlerweile abgetragen», sagt Meyer. Starke Absenkungen und Rutschungen unterhalb der Strasse hätten die Arbeiten allerdings erschwert und würden eine Durchfahrt derzeit unmöglich machen. Damit sich das so schnell wie möglich ändert, will die Gemeinde Gaiserwald etwas unternehmen. Dazu habe der Gemeinderat «Sofortmassnahmen» veranlasst, sagt Gemeindepräsident Boris Tschirky.

Sicherung durch Baumstämme

«Geplant ist, die Böschung beim Hätterenweg zu verstärken», sagt Thomas Meyer. Dies soll mit Hilfe von sogenannten «Holzkästen» möglich sein. «Bei dieser Bauvariante werden mehrere Baumstämme in einem Kreuz-System in den Hang eingebaut.» So soll ein erneuter Hangrutsch ausgebremst und die Strasse gesichert werden. Ob die «Holzkästen» diese Wirkung im Gebiet Hätteren erzielen könnten, müsse die Gemeinde allerdings zuerst prüfen. «Wenn die Wetterverhältnisse gut sind, werden wir die Bodenschichten in diesem Gebiet am kommenden Donnerstag mit einer Sondage untersuchen», sagt der Leiter des Tiefbauamts. Der Revierförster und ein Geologe werden die Bauarbeiten begleiten. «Wir müssen sicher gehen, dass alles richtig eingesetzt wird», sagt Meyer. Absolute Sicherheit könne man jedoch auch mit dem «Holzkasten»-System nicht gewährleisten.

Zufahrt nur über St. Gallen

Wann die Strasse wieder befahrbar sein wird, kann Meyer nicht sagen. Die Gemeinde könne die Strasse erst freigeben, wenn keine Gefahr mehr bestehe und die Absenkungen «aufgekiest» wurden. «Ziel ist, dass die Strasse bis Anfang der Sommerferien frei ist», sagt Meyer. Den Tierpflegern im «Sitterhöfli» bleibt bis dahin nichts anderes übrig, als abzuwarten. «Wir sagen unseren Kunden, dass sie uns mit dem Auto nur über St. Gallen erreichen», sagt Lea Styger. «Das ist mühsam. Aber die meisten zeigen Verständnis.»