Auf Spurensuche im Wald

Wildtiere sind im Winter auf Ruhe angewiesen. Mit einem Schulbesuch in Häggenschwil macht der WWF auf dieses Schutzbedürfnis aufmerksam.

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Cervelat und Punsch sorgen für Freude bei den Primarschülern. (Bild: Martin Arnold)

Cervelat und Punsch sorgen für Freude bei den Primarschülern. (Bild: Martin Arnold)

HÄGGENSCHWIL. Die Erst-, Zweit- und Drittklässler der altersdurchmischten Schule in Häggenschwil dürfen den Unterricht einmal auf eine andere Art erleben. Sieke Paysen, Landschaftsökologin und Mitarbeiterin im WWF Regiobüro Ostschweiz, zeigt den Kindern den Wald im Winter. Sie besucht häufig Schulen. Über 150 Schulbesuche sind es, die sie und andere jedes Jahr für den WWF durchführen. Angepasst an die aktuelle Jahreszeit heisst das Thema «Wildtiere im Winter».

Spuren im Schnee

Um sich dem Thema anzunähern, dürfen die Kinder zuerst auf Spurensuche gehen. Und trotz des Neuschnees werden reichlich Fussabdrücke gefunden. Weitere Indizien für die Anwesenheit von Waldtieren sind auch angefressene Tannzapfen. Zusätzlich bringt Sieke Paysen ein Hirschgeweih, ein Rehschädel, ein Sommer- und Winterfell von Rehen und auch Fussabdrücke aus Kunststoff von Wildschweinen, Füchsen und anderen Waldtieren mit.

In der Pause nutzen die Kinder, und auch das inzwischen fröstelnde Lehrpersonal, die Zeit, um sich am lodernden Lagerfeuer zu wärmen. Im Kessel kocht warmer Punsch, und jedes Kind bekommt einen heissen Cervelat. Etwas Wärme im Magen kann an so einem kalten Tag nicht schaden.

Eichhörnchen spielen

Gegen die Kälte müssen sich auch die Waldtiere wappnen. Das macht Sieke Paysen deutlich. Deshalb thematisiert sie auch den Wildschutz und die Wildruhezonen, die für die Tiere überlebenswichtig sind. Wichtig sind aber auch gute Verstecke, etwa für den Futtervorrat. Das dürfen die Kinder dann auch selber testen. Jedes Kind spielt Eichhörnchen und versteckt fünf Haselnüsse, die später wieder gefunden werden müssen.

Am Schluss werden den Kindern noch die Gefahren aufgezeigt, denen ein Wildtier im Wald ausgesetzt ist. Von freilaufenden Hunden über Abfall bis hin zu Ski- und Snowboardfahrern, welche die Wildruhezonen missachten. Die Lehrerin Anja Giger zieht ein positives Fazit: «Seit zwei Monaten haben wir Wildtiere im Unterricht thematisiert. Der Besuch im Wald ist daher die perfekte Ergänzung zum Unterricht.» (pd/kaz)