Auf Samen tanzen

Im Kybunpark spielt heute Abend Andreas Gabalier. Das Publikum wird auf dem neuen Rasen des FC St. Gallen zu seiner Musik tanzen. Vor wenigen Tagen wurde ein sogenannter Hybridrasen gesät. Das Gras soll in diesen Tagen spriessen.
Christoph Renn
Der neue Rasen im Kybunpark ist gesät worden. (Bild: pd)

Der neue Rasen im Kybunpark ist gesät worden. (Bild: pd)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Welche Startelf des FC St. Gallen beim ersten Heimspiel der neuen Saison im Kybunpark auflaufen wird, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass der Ball auf einem neuen Rasen rollen wird. Einem sogenannten Hybridrasen; das ist ein natürlicher Rasen, der mit Kunstfasern durchmischt ist. Die Vorbereitungen laufen bereits. Die Samen wurden zusammen mit den Fasern auf der 8500 Quadratmeter grossen Fläche des Stadions gesät. Doch bevor die ersten Gräser spriessen, muss der gesamte Boden mit Platten abgedeckt werden, denn heute Abend spielt der selbsternannte Volks- Rock-’n’-Roller Andreas Gabalier in der FCSG-Heimstätte. «Wir hoffen, dass die Samen durch das Gewicht keinen Schaden nehmen», sagt Daniel Last, Sprecher des FC St. Gallen. Er wünscht sich das Gegenteil: «Wenn wir am Samstag die Bodenplatten entfernen, hoffen wir, dass die ersten Gräser bereits aus dem Boden spriessen.»

Bisher spielte der FC St. Gallen im Kybunpark auf natürlichem Rasen. Dieser wurde jeweils in vorgefertigten Bahnen verlegt. «Der Hybridrasen ist viel robuster als der herkömmliche», begründet Last den Wechsel. «In unseren Breitengraden ist das ein wichtiger Vorteil.» Neben der höheren Robustheit weise der Rasen dieselben Eigenschaften wie Naturrasen auf. Die Spieler würden den Unterschied kaum bemerken (siehe Zweittext). Dies hätten sie bei ihrem Europa-League-Abenteuer 2013 im walisischen Swansea erfahren: «Im Liberty Stadium mit rund 21000 Sitzplätzen wird auf demselben gespielt», sagt Last. In diesem Stadion würden zudem Rugby-Spiele ausgetragen. «Man hat dem Feld von den hohen Belastungen nichts angemerkt. Der Rasen erinnerte an ein Green auf einem Golfplatz», sagt Rast. Auf einem solchen Rasen sollen nun auch die Spieler des FC St. Gallen auf Punktejagd gehen. Der neue Rasen sei jedoch kostenintensiver. Wie viel er kostet, sagt Last nicht.

Der Hybridrasen ist bis zum ersten Heimspiel bereit

Ob die Samen das Konzert unbeschädigt überleben, wird sich spätestens am Sonntag zeigen, wenn die Bodenplatten nach dem Konzert entfernt werden. Sollten die Samen Schaden genommen haben, wäre dies laut Last bedauerlich. Jedoch würde einem planmässigen Saisonbeginn auf frischem Grün nichts im Wege stehen. «Wir haben Verzögerungen einkalkuliert und beantragt, dass wir das erste Spiel der Saison nicht zu Hause austragen», sagt Last. So bleibe genügend Zeit, die Unterlage für den ersten Einsatz zu pflegen, sodass sie in bestem Zustand sein werde. Wann das erste Heimspiel ist, steht noch nicht fest. «Heute oder in den nächsten Tagen wird der Spielplan mitgeteilt», sagt Last.

Einer Meisterfeier steht rasentechnisch nichts im Weg

Bevor im Kybunpark wieder Fangesänge ertönen, spielt zuerst Andreas Gabalier Volksmusik. Und der FCSG-Rasen wird einem ersten Härtetest unterzogen. Die Veranstalter rechnen mit einem Gewicht von 300 Kilogramm pro Quadratmeter, die auf den Boden drücken. Hält der Hybridrasen, stünde einer grossen Meisterfeier im Kybunpark also nichts mehr im Weg – zumindest rasentechnisch.

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