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Auf Platon folgt der Freudentaumel

Für SP-Stadtratskandidatin Maria Pappa hätte der Sonntag kaum besser verlaufen können. Was am Morgen besinnlich begann, endete am Abend in Feierlaune.
Luca Ghiselli
Philosophisches am Morgen: Maria Pappa im «Salon de Débat». (Bild: Michel Canonica)

Philosophisches am Morgen: Maria Pappa im «Salon de Débat». (Bild: Michel Canonica)

Mit Gipfeli in der Hand setzt sich Maria Pappa in die hinteren Reihen des «Salon de Débat» an der Konkordiastrasse. Es ist kurz vor 11 Uhr. Pappa hat ausgeschlafen. «Ich bin keine Frühaufsteherin», sagt sie. Auch am Wahltag nicht. Die SP-Stadtratskandidatin besucht eine philosophische Veranstaltung über das Leben nach dem Tod. Eine Stunde lang wird über Platon, Sokrates, Kant und Konsorten referiert. Danach ist ihre Nervosität fast verflogen.

«Wirklich gut schlafen konnte ich nicht», gesteht die SP–Stadtratskandidatin. Der Vortrag habe sie aber beruhigt. «Wenn man über solche Fragen spricht, relativiert das vieles», sagt Pappa. Damit ist auch ihr Wahlresultat gemeint, das in weniger als drei Stunden im Waaghaus bekanntgegeben wird. Pappa setzt sich nach der Veranstaltung aufs Velo und fährt zum Familientreffen ins Lerchenfeld. Dort ist sie mit ihren Eltern und Brüdern zum Mittagessen verabredet.

Überraschung und Erleichterung

Eine halbe Stunde bevor die Ergebnisse der Stadtratswahlen bekanntgegeben werden, trifft sich Maria Pappa mit der Parteispitze und Mitgliedern ihrer Fraktion im SP-Sekretariat. Sie bespricht, wem sie an der Wahlfeier danken wird und wie der Nachmittag weitergehen wird. Beim Weg von der Zwinglistrasse zum Waaghaus ist Pappa ihre Nervosität wieder deutlich anzumerken. «Ich will einfach in der Nähe der Bisherigen landen», sagt sie. Im Waaghaus warten schon Familienmitglieder und zahlreiche Freunde, Bekannte und Sympathisanten. Auch ihre Nichte Alessia und ihr Neffe Luca sind gekommen. Sehr stolz sei er auf sein Gotti, sagt der Fünfjährige. Ganz versteht er den Trubel um seine Tante aber noch nicht.

Kurz nach 14.30 Uhr dann grosser Jubel aus der SP-Ecke im Waaghaus. Maria Pappa erhält 7914 Stimmen, CVP-Stadträtin Patrizia Adam verfehlt das absolute Mehr. Ein zweiter Wahlgang ist Tatsache. Die Sozialpädagogin reckt beide Fäuste in die Luft, freut sich lautstark über das Ergebnis. Hinterher sagt sie: «Die Erleichterung, als ich die Anzahl Stimmen gesehen habe, war sehr gross.» Auch etwas überrascht sei sie gewesen. Um innezuhalten, fehlt aber die Zeit. Zahlreiche Gratulanten wollen Pappa zu ihrem Resultat beglückwünschen. Bald darauf spaziert die SP-Frau mit einigen Parteikollegen durch die südliche Altstadt zum Restaurant Stickerei, wo die Sozialdemokraten ihre Wahlfeier veranstalten. Sie blickt aufs Handy: 47 Nachrichten auf Whatsapp. «Wer soll das alles lesen?», lacht sie. Daniel Kehl, SP-Fraktionspräsident im Stadtparlament, sagt: «Geniesse den Moment und die Sonne.»

In der Stickerei angekommen, herrscht bereits Feierlaune. Die Ergebnisse der Stadtparlamentswahlen stehen zwar noch aus, trotzdem fliesst der Weisswein schon. Peter Olibet, Präsident der SP-Stadtpartei, verkündet unter grossem Applaus: «Wir freuen uns auf einen zweiten Wahlgang mit Maria Pappa.»

Wahlerfolg auch im Stadtparlament

Zurück im Waaghaus gibt es für die SP-Exponenten kein Halten mehr. Zwei Sitze gewinnen sie dazu. Maria Pappa erreicht mit 9110 Stimmen das beste Resultat ihrer Liste. Den Abend eines erfolgreichen Tags lässt die 45-Jährige bei der Wahlfeier der SP ausklingen. Etwas Zeit bleibt, um sich bei Freunden und Bekannten via Kurznachricht für die Glückwünsche zu bedanken.

Zurücklehnen will sich Pappa aber nicht. Hat sie im Vorfeld der Wahlen noch keinen bisherigen Stadtrat direkt angegriffen, wird sie nun in die Offensive gehen müssen. Die Ausgangslage habe sich nun geändert, hält Pappa fest. «Jetzt ist klar, dass ich gegen Patrizia Adam antreten muss.» Nun fange alles wieder bei null an. Trotz des fast perfekten Wahlsonntags bleibt Maria Pappa ein kleiner Wermutstropfen: «Es ist schade, dass ich gegen die einzige Frau im Stadtrat ins Rennen steige.»

Peter Jans und Maria Pappa nehmen im Waaghaus Gratulationen entgegen. Auch die traditionelle rote Rose darf dabei nicht fehlen. (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

Peter Jans und Maria Pappa nehmen im Waaghaus Gratulationen entgegen. Auch die traditionelle rote Rose darf dabei nicht fehlen. (Bild: Samuel Schalch (Samuel Schalch))

An der Wahlfeier im Restaurant Stickerei gönnt sich die SP-Stadtratskandidatin ein Glas Wein mit Parteikollegen. (Bilder: Samuel Schalch)

An der Wahlfeier im Restaurant Stickerei gönnt sich die SP-Stadtratskandidatin ein Glas Wein mit Parteikollegen. (Bilder: Samuel Schalch)

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