Auf Luxusprojekte verzichten

Die FDP und SVP Rorschacherberg äussern sich gegen einen Steg für Fussgänger und/oder Velofahrer im Wasser. Wenn schon, dann soll ein Weg entlang der Churerstrasse realisiert werden.

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RORSCHACHERBERG. Am kommenden Mittwoch um 20 Uhr findet in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg die Bürgerversammlung statt. An dieser stehen nebst den Rechnungen auch der Steuerplan, die Weiterführung des Seebusses, eine Änderung des Baureglements sowie ein Vorgehensentscheid bezüglich Realisierung eines möglichen Seeuferweges zur Debatte. «Alles wichtige Geschäfte, die für die Zukunft unserer Gemeinde von Bedeutung sind», schreiben SVP und FDP in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Viel Staub aufgewirbelt

Die beiden Parteien haben sich vor allem mit dem Seeweg auseinandergesetzt. Dieser habe in den letzten Jahren viel Staub aufgewirbelt, schreiben sie: «Einerseits, weil auswärtige Politiker sowie einzelne Medienschaffende eine Kampagne gegen unsere Gemeinde führten. Anderseits, weil die SP und die CVP vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie an der Bürgerversammlung forderten.» Die vom Gemeinderat ausgearbeiteten Varianten liegen nun vor. SVP und FDP halten fest, dass mit «dem Bau des Hafens Hörnlibuck sowie der dortigen Aufschüttung der Zugang zum See für die Bevölkerung massiv vergrössert wurde. Somit ist heute fast ein Drittel des rund 1,5 Kilometer langen Seeanstosses unserer Gemeinde frei zugänglich.» Vom Strandbad Rorschach bis zum Kopp-Areal, das der Stadt Rorschach gehört und auf Rorschacherberger Boden liegt, sei ein weiterer Seezugang vorgesehen. Somit wären schon rund zwei Drittel des Rorschacherbergs öffentlich zugänglich.

Verzicht auf teure Varianten

FDP und SVP meinen, dass es aus finanziellen, betrieblichen und ökologischen Gründen übertrieben wäre, auch noch einen rund 11 Millionen Franken teuren Steg für Fussgänger und/oder Radfahrer zu legen – «einen Weg, der mehrheitlich von anderen genutzt würde, von unserer Gemeinde aber mitfinanziert sowie unterhalten, gepflegt, gereinigt und gesichert werden müsste. Einen Steg im Wasser, womöglich noch mit Licht- und Stromversorgung, sehen wir als unverhältnismässig, teuer, ökologisch fragwürdig und unschön an.»

Eigentum bewahren

Nicht in Frage kommt für FDP und SVP ein Weg durch die Gärten. Dies aus eigentumsrechtlichen Überlegungen sowie wegen langjähriger teurer Rechts- und Streitverfahren. Die Gemeinde Rorschacherberg hätte Teile der Grundstücke kaufen können, als sie zum Verkauf standen, ein Seeweg im örtlichen Richtplan bis heute nicht vorgesehen war und den neuen Eigentümern auch Versprechen abgegeben wurden. Anwohner des Neuseelands würden, so schreiben FDP und SVP, deshalb verständlicherweise gegen ein solches Vorhaben und für ihr Eigentum kämpfen.

Sofern im mittleren Abschnitt des Neuseelands, vom Kopp-Areal bis zum Hörnlibuck, überhaupt eine Massnahme getroffen werden soll, wäre ein Rad- und Fussweg mit Allee entlang der Churerstrasse die sinnvollste. Anwohner im Neuseeland hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert, schreiben SVP und FDP. Diese Variante würde die Gemeinde immer noch 700 000 Franken kosten. Im Vergleich zu den Weg- und Stegvarianten in Millionenhöhe wäre dieser Betrag allenfalls noch vertretbar.

Standortvorteile pflegen

SVP und FDP äussern sich in diesem Zusammenhang auch zu den Finanzen von Kanton und Gemeinde. Sie schreiben: Über Jahre hinweg konnte Rorschacherberg den Steuerfuss sukzessive auf heute 116 Prozent senken. Mittlerweile würden aber auch hier rote Zahlen geschrieben. FDP und SVP warnen, dass der finanzielle Spielraum immer enger werde, weil die strukturellen Defizite und die «Sparmassnahmen» des Kantons zu weiteren, nicht vorhergesehenen Kosten auf Gemeindeebene führen würden. Es gelte also, die hart erarbeiteten Standortvorteile als attraktive Wohngemeinde mit rund 7000 Einwohnern und jährlichen Zuzügern zu pflegen und auf Luxusprojekte zu verzichten. (pd/mb.)

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