Auf der Suche nach dem Mörder

ANDWIL. Wer ist der Mörder? Diese Frage stellen sich die Figuren der «Mausefalle», als sie alle zusammen in einem Gästehaus festsitzen. Die Thearteria führt den Agatha-Christie-Krimi Ende Oktober in Andwil auf.

Andrina Zumbühl
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Zweiter Akt: Detective Sergeant Trotter befragt Mollie Ralston. (Bild: Andrina Zumbühl)

Zweiter Akt: Detective Sergeant Trotter befragt Mollie Ralston. (Bild: Andrina Zumbühl)

«Wir beginnen mit dem Anfang des zweiten Aktes», kommt die Anweisung des Regisseurs. «Da sitzt eine deprimierte Mollie und dort steht ein aufgeregter Trotter.» Nachdem die fünf übrigen Darsteller geklärt haben, wer wo auf der Bühne steht oder sitzt, lehnt sich der Regisseur zufrieden zurück. Nun sind alle bereit für die Probe des zweiten Aktes der «Mausefalle». Dies ist das neuste Projekt der Thearteria in Andwil. Mit Geduld und Humor werden die einzelnen Szenen unter der Regie von Christian Kaeser geprobt und wenn nötig wiederholt. Immer unter Berücksichtigung von einzelnen Aspekten wie der Körpersprache der Darsteller, den Emotionen, den Blicken oder der Betonung von Sätzen. Insgesamt neun Amateurdarsteller im Alter zwischen 20 und 50 Jahren zeigen ab dem 25. Oktober an zehn Aufführungen ihr schauspielerisches Können.

Ein Jahr im voraus geplant

Die Thearteria wurde im Jahr 2000 gegründet. Heute besteht der Verein aus circa 40 Mitgliedern. Alle zwei Jahre wird ein Theaterprojekt realisiert. Schon ein Jahr im voraus müsse mit der Planung begonnen werden, sagt Projektleiterin und Darstellerin Eliane Blumer. So müsse zum Beispiel die Mehrzweckhalle in Andwil gemietet und es müssen Ideen für die Kostüme und Kulissen besprochen werden.

Für sein Kostüm ist grundsätzlich jeder Darsteller selber verantwortlich. Je nach Stück habe man die nötigen Utensilien schon zu Hause im Schrank. Für das Bühnenbild habe der Regisseur meist schon Vorstellungen, sagt Eliane Blumer. Diese bespricht er mit dem Dorfschreiner, der Ehrenmitglied in der Thearteria ist.

Lust auf einen Krimi

«Die Mausefalle» wurde von Agatha Christie ursprünglich als Radiohörspiel konzipiert, schliesslich aber in ein Bühnenstück umgeschrieben. Seit 1952 wird es jeden Abend in London aufgeführt. Das Stück handelt von einem Gästehaus, in dem verschiedene Personen zusammen eingeschlossen sind. Durch einen Schneesturm sind sie völlig von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Eingeschlossenen wissen, dass einer von ihnen ein Mörder ist. Doch die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig. «Wir hatten dieses Jahr Lust, einen Krimi aufzuführen», sagt Eliane Blumer. Es können jeweils verschiedene Stücke vorgeschlagen werden, die dann mit dem Regisseur besprochen werden. Bei der Auswahl können alle mitreden, die Rollenverteilung liege dann aber beim Regisseur.

Eine «ganz coole Truppe»

Christian Kaeser führt bereits zum fünftenmal Regie für die Thearteria. An der Hochschule für Musik und Theater in Zürich hat er sein Regiestudium absolviert. Seit über 15 Jahren macht er professionelles Theater. Die Arbeit mit dem Verein Thearteria mache ihm Spass, sagt er. «Die Mitglieder sind sehr ambitioniert.»

Philipp Schümperlin, eines dieser Mitglieder, spielt zum erstenmal in einem Stück mit. In «Die Mausefalle» stellt er Christopher Wren dar, der einen «etwas schwulen Touch» habe, wie er augenzwinkernd sagt. Das Theaterspielen mache ihm grossen Spass. Die Darsteller der Thearteria seien ja auch eine «ganz coole Truppe».

Vom Sofa aus zuschauen

Die «coole Truppe» probt seit August zweimal pro Woche. Seit September zusätzlich auch an den Wochenenden. Schliesslich soll für die Vorstellungen alles sitzen. Am 25. Oktober findet in der Mehrzweckhalle Ebnet in Andwil die Premiere der «Mausefalle» statt. «In diesem Jahr können die Zuschauer in den ersten drei Reihen auf Sofas sitzen», sagt Eliane Blumer. «Und dazu gibt es sogar noch ein Getränk.»

www.thearteria.ch

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