«Auf der Neugasse läuft’s sich nun besser»

Umfrage

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«Die abgeschliffene Pflästerung ist sehr schön. Ich bin oft mit dem Velo unterwegs. Auf den rauen Steinen rüttelt es schon stark. Für Rollstuhlfahrer muss es noch schlimmer sein. Diese dürften fast eine Gehirnerschütterung bekommen. In der Spisergasse ist mir das Rütteln auch aufgefallen, da ich dort oft mit dem Velo durchfahre.»

«Ich bin aus den USA und finde es generell sehr schön, wie hier der Stadt Sorge getragen wird. In Los Angeles läuft das ganz anders. Ob die Steine geschliffen sind oder nicht, macht für mich keinen grossen Unterschied. Ich bin sportlich. Deshalb stört es mich nicht, wenn die Pflasterbeläge ein bisschen uneben sind.»

«Ich sehe die abgeschliffene Pflästerung heute zum ersten Mal. Ich gehe mit zwei Stöcken und finde es praktisch, dass sie abgeschliffen wurde. Vom historischen Standpunkt verstehe ich Leute, die gewölbte Steine bevorzugen. Ob es sinnvoll ist, die Steine abzuschleifen, muss von Fall zu Fall neu beurteilt werden.»

«Ich finde, die Neugasse ist nun viel besser begehbar. In der Hinterlauben ist die Gasse rau gepflästert. Dort mit hohen Absätzen unterwegs zu sein, ist mühsam. Man muss aufpassen, dass man nicht stürzt. Mir ist schon mal der Schuhabsatz abgebrochen. Die Neupflästerung in der Neugasse ist ästhetisch ansprechend und edel.»

«Ich finde, das abgeschliffene Pflaster sieht besser aus. Mich betrifft es nicht besonders, da ich weder mit einem Rollator noch einem Kinderwagen rumlaufe. Es wäre aber gut gewesen, wenn man bereits abgeraute Steine verlegt hätte. Rein äusserlich finde ich, dass ein heller Belag besser zur Gasse passt als ein dunkler.»

Vor einem Jahr wurden in der südlichen Neugasse rohe Granitsteine verlegt. Kurz danach wurde im Stadtparlament seitens der CVP und FDP Kritik laut. Die Pflästerung sei für gehbehinderte und ältere Personen ungeeignet. Daher wurden nachträglich die Pflastersteine geschliffen und geflammt. Am Mittwoch wurden die Arbeiten fertiggestellt.

Die Befragten verstehen trotz einiger ästhetischer Bedenken den Zweck hinter der Nachbesserung, wie eine «Tagblatt»-Umfrage zeigt. Die Pflastersteine in der südlichen Neugasse beschäftigen aber nicht alle Befragten in gleichem Masse.

Text: Pascal Thommen

Bilder: Adrian Lemmenmeier

«Für Leute, die hohe Absätze tragen, ist diese Lösung sicher besser. Auch äusserlich gefällt sie mir gut. Ich finde es aber nicht so relevant. Mir wäre das abgeschliffene Pflaster nur aufgefallen, wenn ich auf den Boden geschaut hätte. Eine geschliffene Strasse ist sicher auch für Rollstuhlfahrer angenehmer.»

«Die abgeschliffene Pflästerung sieht nicht schlecht aus. Den alten Belag aber fand ich schöner. Ich habe das Gefühl, die Pflästerung sieht so nur halb fertig aus. Ich weiss nicht, ob da noch mehr gemacht wird. Wenn das Abschleifen wirklich nötig gewesen wäre, hätte man die Pflästerung gleich in der gesamten Gasse erneuern können.»

«Man hätte von Anfang an mit geschliffenen Steinen pflästern können. Ich bin davon ausgegangen, dass die Pflästerung etwa 20 Jahre alt ist, mit der Zeit uneben wurde und daher abgeschliffen werden musste. Für mich ist es wichtig, dass der Boden eben ist. Wenn ich stolpere, breche ich mir schnell etwas.»

«Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man die raue Pflasterung beibehält. Mich beeinträchtigt ein unebener Boden nicht gross, aber für Rollstuhlfahrer ist es sicher eine gute Sache. Ich hätte den Unterschied zum ungeschliffenen Belag aber gar nicht bemerkt. In der Altstadt gibt es sicher noch andere Orte mit unebenen Flächen.»

Walter Munz, 84 Rentner, St. Gallen

Eva Lorenz, 19 Studentin, Gamprin (FL)

Margrith Hoffmann, 78 Rentnerin, St. Gallen

Luca Eigenmann, 15

Schüler, Tübach

Bill House, 84 Rentner, St. Gallen

Andrea Benz, 58

Pflegefachfrau, St. Gallen

Dario Facci, 30 Kaufmann, St. Gallen

Adriana Lusti, 21

Studentin, St. Gallen

Walter Brütsch, 81 Rentner, Alba (I)