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Auch Passagiere benehmen sich manchmal unmöglich

Karin Mancarella-Roth

Im Bus 158, der um 14.28 Uhr von Herisau in Richtung Abtwil fahren soll: Beim Eintreten ist ein «strenger» Geruch wahrnehmbar. Ich bekomme mit, wie eine Frau den Buschauffeur darauf aufmerksam macht, dass ein Hund anscheinend sein «Geschäft» nicht mehr hat zurückhalten können und dass im hinteren Teil des Busses einige stark riechende Spuren vorhanden seien.

Der Chauffeur eilt davon und kommt wenig später mit Putzzeug zurück. Es ist in der Zwischenzeit 14.29 Uhr. Gerade als der Chauffeur in den Bus steigt, um zu reinigen, wird er von einem Fahrgast angeschnauzt, was ihm einfalle, jetzt zu putzen. Er solle das gefälligst tun, wenn er Zeit habe. So verpasse er, der unfreundliche Fahrgast, den Anschluss bei der Arena Richtung St. Gallen. Dies sei eine «verdammte Sauerei» – und es folgten weitere Flüche und «Schlötterlig» in Richtung Buschauffeur. Der blieb ruhig und putzte blitzschnell den Dreck weg. Der Bus fuhr um 14.31 Uhr in Richtung Abtwil los. Von der hintersten Reihe, wo der «pressante» Fahrgast sass, kamen weitere Kommentare, wie: «De huere Tubel werd i bi de Bus AG melde!»

Der Chauffeur machte den Fahrgast darauf aufmerksam, dass der Anschluss Richtung St. Gallen bei der Arena, gemäss Fahrplan, sowieso nicht gewährleistet sei, worauf der eilige Herr von hinten dezidiert widersprach. Da ich gleich auf dem Sitz hinter dem Buschauffeur sass, bekam ich mit, wie dieser über Funk den Buschauffeur Richtung St. Gallen fragte, ob es möglich sei, ein paar Minuten zu warten, da er einen Fahrgast habe, der dringend umsteigen müsse. Schliesslich kamen wir um 14.44 Uhr bei der Arena an, der andere Bus wartete und der eilige Fahrgast war schon in Startposition.

Ich konnte es mir nicht verkneifen dem Mann zu sagen, dass er sich jetzt beim Chauffeur bedanken dürfe, denn schliesslich bekäme er seinen Anschluss nur dank diesem. Seine Antwort: «Ich wüsste nicht, für was ich mich bedanken soll, denn es ist selbstverständlich, dass sich der Chauffeur bemüht, dass der Anschluss sichergestellt ist.» Seinen richtigen Namen wollte der eilige Mann dem Chauffeur dann übrigens auch nicht nennen.

Ich finde es bedenklich, was sich der Buschauffeur da hat gefallen lassen müssen – angefangen bei der «Panne» des Hundes, die der Halter selber hätte beseitigen sollen. Auch die üblen Beschimpfungen des Fahrgastes waren nicht gerechtfertigt. Respekt und Rücksichtnahme scheinen heute bei gewissen Personen wirklich ein Fremdwort zu sein.

Karin Mancarella-Roth

Mühlestrasse 2, 9100 Herisau

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