Auch im Winter auf den Rasen

Der Belag des Allwetterplatzes Spiserwies wird durch einen modernen Kunstrasen ersetzt. «So wird er das ganze Jahr über bespielbar sein», sagt Ivo Forster, neuer Präsident des FC Abtwil-Engelburg. Das Vorhaben kostet 790 000 Franken.

Rafael Rohner
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Verletzungsrisiko verringern: Der zehn Jahre alte Belag des Allwetterplatzes Spiserwies wird durch einen Kunstrasen ersetzt. (Bild: Rafael Rohner)

Verletzungsrisiko verringern: Der zehn Jahre alte Belag des Allwetterplatzes Spiserwies wird durch einen Kunstrasen ersetzt. (Bild: Rafael Rohner)

abtwil. Neue Kunstrasen sind teuer. Gerade für einen Dorfverein wie den FC Abtwil-Engelburg. Die Erneuerung des zehn Jahre alten Kunstfaserfloors sei aber nötig gewesen, sagt Ivo Forster, seit drei Monaten neuer Präsident des FC Abtwil-Engelburg. «Das Verletzungsrisiko auf dem alten Platz war zu gross.» Zudem konnten darauf nur Spiele bis zur 4. Liga ausgetragen werden. Was den Meisterschaftsbetrieb der 2.-Liga-Mannschaft stark einschränkte. Auf dem neuen Kunstrasenplatz, der ab Anfang Oktober 2010 bespielbar sein sollte, werden auch 1.

-Liga-Spiele zugelassen sein.

Training wie bei «Juve»

Der neue Kunstrasen sei in der Region einzigartig und sehr hochwertig, sagt Forster. Juventus Turin oder der AS Roma trainieren beispielsweise auf einem solchen Rasen. Forster hofft daher, dass der FC St. Gallen oder auch ausländische Profiteams, die in der Nähe ihre Trainingslager absolvieren, den Platz nutzen werden.

Auf dem neuen Kunstrasen zu spielen, sei ähnlich wie auf Naturrasen, sagt Forster. Dreck an den Trikots oder harte Grätschen in einem kampfbetonten Spiel seien aber auch darauf nicht möglich. Wann immer es die Wetterbedingungen zulassen, werde der FC Abtwil-Engelburg deshalb die Spiele wie bisher auf Naturrasen bestreiten.

Der Kunstrasen biete dafür andere Vorteile. So können die Mannschaften des FC Abtwil-Engelburg nun das ganze Jahr über im Freien trainieren. Das sei möglich, weil der Platz maschinell vom Schnee befreit werden könne.

Vor allem in der Saisonvorbereitung sei das ideal. So müssten die Mannschaften für Testspiele keine weiten Wege mehr auf sich nehmen.

Viel Geld für einen Dorfverein

Die Vorteile haben aber ihren Preis. Insgesamt 790 000 Franken kostet der neue Belag. Die Gemeinde übernimmt mit 470 000 Franken den Löwenanteil. Ohne Gegenstimme wurde der Betrag an der Bürgerversammlung genehmigt. Der Sport-Toto-Fonds steuert 120 000 Franken bei, der FC Abtwil-Engelburg 200 000 Franken.

Das sei viel Geld für einen Dorfverein, sagt Forster, aber der Fussballclub habe eine gesunde finanzielle Basis. Dies Dank der Supportervereinigung und der guten Vereinsarbeit in den vergangenen Jahren.

Bei einem Sponsorenlauf, an welchem ungefähr 350 Mitglieder teilgenommen haben, konnte zudem ein grosser Teil der 50 000 Franken, die der Verein als Barleistung entrichtet, eingenommen werden. Für die restlichen 150 000 Franken nahm der Fussballverein ein Darlehen bei der Gemeinde auf.

Um diese Schulden abzubauen, entwickle der Fussballclub ein Marketingkonzept, sagt der Präsident, der sich auch beruflich mit Marketing beschäftigt. Mit einzelnen Massnahmen soll der Verein attraktiver werden. Besonders am Herzen liege ihm die Juniorenabteilung. Rund 250 Junioren sind es zurzeit. Die gelungene Juniorenarbeit spiegle sich in der ersten Mannschaft wieder, sagt er. Denn die meisten Spieler kämen aus der Nachwuchsabteilung.

Eröffnungsspiel im Oktober

Die Bauarbeiten auf dem Allwetterplatz seien gut vorangeschritten und das vorgegebene Budget sowie die Terminplanung können voraussichtlich eingehalten werden, sagt Forster. Das Eröffnungsspiel werde deshalb wohl wie geplant am 9. Oktober stattfinden können.

Doch zunächst sei heute abend ein Sieg im ersten Meisterschaftsspiel wichtig, sagt Forster. Das 2.-Liga-Team des FC Abtwil-Engelburg spielt um 20 Uhr gegen den FC Weesen auf der Spiserwies. Das Saisonziel sei wie im letzten Jahr eine Plazierung im ersten Drittel der Tabelle.

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