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Auch Gaiserwald schielte über die Sitter

Gaiserwald Wittenbach ist nicht die einzige Gemeinde um St. Gallen, die sich gerne mit der Stadt vermählt hätte. Vor 60 Jahren erwachte auch im Nordwesten der Stadt das Interesse an einem Zusammenschluss. Auch diese Pläne scheiterten an den Städtern.

1958 bildete sich in Gaiserwald ein Komitee, das die Verschmelzung mit dem Nachbarn ennet der Sitter vorantreiben wollte. Es konnte auf die Unterstützung der Bevölkerung zählen, aber auch der gesamte Gemeinderat war darin vertreten. 1959 weibelten die Initianten bei der Stadt für ihr Vorhaben. Gaiserwald erhoffte sich unter anderem eine Verbesserung der eigenen Infrastruktur – von der Verkehrsanbindung bis zur Abwasserreinigung. Schliesslich hatte die Gemeinde noch immer mit den Auswirkungen der Krisenjahre zu kämpfen: Der Steuerfuss war hoch, das Niveau der öffentlichen Leistungen tief.

St. Gallen wollte nicht Wohltäter sein

1960 behandelte das Stadtparlament eine Motion, die sich der «Frage der Eingemeindung» widmete, wie Stephan Heuscher im Gaiserwalder Buch aus damaligen Akten zitiert. Der Stadtrat gab ein Gutachten in Auftrag, das die Avancen Gaiserwalds jäh beendete. Die Stadt nämlich sah sich zum Wohltäter verdammt. Es könne nicht ihre Aufgabe sein, einer bedrängten Vorortsgemeinde zu Hilfe zu eilen, hiess es. Ein weiteres Argument gegen die Fusion: Die Topographie. Eine Erschliessung Gaiserwalds sei äusserst kostspielig. Die St. Galler Behörden verzichteten auf weitere Annäherungsversuche.

Auch auf sich allein gestellt, ging es für Gaiserwald wirtschaftlich bergauf. 1967 ging es der Gemeinde sogar derart gut, dass der Gemeinderat einer Fusion gänzlich abschwören wollte. Er beantragte bei den Bürgern einen endgültigen Verzicht auf jegliche Verhandlungen. Davon wollten die Bürger aber nichts wissen. Sie schickten das Geschäft bachab und beauftragten den Rat, die Gespräche weiterzuführen.

Studie sieht keine Gewinner

Als sich auch finanzkräftige Stadtbürger in Gaiserwald niederliessen, keimte auch bei der Stadt das Interesse auf. Eine HSG-Studie kam 1972 allerdings zum Schluss, dass sich der Aufwand für keine der beiden Gemeinden lohne. 1975 wurden die Fusionspläne per Volksabstimmung beerdigt. Nun wollte auch Gaiserwald nicht mehr. Die Sitter bleibt Grenz- statt Stadtfluss.

Nun haben sich die sind die Vorzeichen umgekehrt: Mit 144 Prozent ist der Steuerfuss in St. Gallen vergleichsweise hoch, genauso die Infrastrukturkosten. Gaiserwald wartet mit einem Steuerfuss von 115 Prozent auf; bald soll er auf 111 sinken. Auch Wittenbach, lange praktisch gleichauf mit der Stadt, stimmte im November einer Steuerfusssenkung auf 139 Prozent zu. (nh)

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