Auch die SBB müssen rechnen

Wichtigster Partner der Stadt für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes sind die SBB. Der definitive Kostenteiler ist zwar noch ausstehend, klar aber ist: An eine Verlängerung der Bahnhofunterführung Ost würden die SBB nichts beisteuern.

Andreas Nagel
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Felix Feurer, Leiter Netzentwicklung Ost bei den SBB.

Felix Feurer, Leiter Netzentwicklung Ost bei den SBB.

Die SBB stehen hinter den Plänen der Stadt für eine Neugestaltung des Hauptbahnhofs. Das wurde an der gestrigen Medienorientierung neuerlich bekräftigt. Allerdings können und wollen sich die Bundesbahnen nicht auf finanzielle Experimente einlassen. Als da wären: Die markante Eingangshalle – vom Volksmund bereits als «Ikea-Leuchte» verspottet – und eine allfällige Verlängerung der Personenunterführung Ost. Unbestritten sei, dass «die schöne Stadt St. Gallen» eine würdige Ankunftshalle verdiene, sagte Felix Feurer, Leiter Netzentwicklung Ost bei den SBB. Aber bezahlbar muss sie eben auch sein. Entsprechend haben die Architekten von Giuliani-Hönger, die auch für die benachbarte Fachhochschule verantwortlich zeichnen, den Auftrag erhalten, eine abgespeckte Version auszuarbeiten.

Kubus mit zu wenig Rendite

Berechnungen hätten klar ergeben, dass die kommerzielle Nutzung des Kubus nicht die erwünschte Rendite abwerfe, wie sie etwa in Winterthur erzielt werde. Ganz zu schweigen von Zürich, das sein Shop-Ville 1968 mit dem festen Vorsatz gebaut hatte, dereinst eine U-Bahn einzuführen. Es kam nicht dazu, die Geschäfte florieren trotzdem.

Doch St. Gallen ist nicht Zürich. Ohnehin habe auch die Web-Befragung (siehe Text oben) Widersprüchliches ergeben. Die Notwendigkeit zusätzlicher Läden und Restaurants am Bahnhof wird in der Bevölkerung sehr unterschiedlich beurteilt.

Aufgänge stören Platz

Ähnliches gilt für die Verlängerung der Personenunterführung. Auch hier deckt sich der Standpunkt der SBB mit jenem der Stadt: Beide zweifeln deren Zweckmässigkeit an. Komme hinzu, so Feurer, dass die Aufgänge die oberirdische Platzgestaltung wieder einschränken würden.

Und nicht zuletzt sticht das Kostenargument. Es wäre laut Stadtingenieur Beat Rietmann von Investitionen, je nach Ausführung, zwischen sechs und zehn Millionen Franken auszugehen.