Auch die Denkmalpflege redet mit

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Strassenbezug In die Gestaltung der Haltestelle Spisertor beziehungsweise die Höhe der Perronkanten fliessen auch denkmalpflegerische Aspekte ein. «Bei der Haltestelle stadteinwärts haben wir uns dafür ausgesprochen, dass die Perronhöhe im Bereich vor dem Kantiheim maximal 22 Zentimeter beträgt», sagt Niklaus Ledergerber, Leiter der städtischen Denkmalpflege. Es dürfe nicht wirken, als stehe das historische Gebäude plötzlich «auf einer Mauer». Der räumliche Bezug zwischen Gebäude und Strasse müsse erhalten bleiben.

Das erfordert in diesem Fall einen zusätzlichen baulichen Eingriff: Damit diese Perronhöhe eingehalten werden kann und der Mauereffekt ausbleibt, müssen die Appenzeller Bahnen die Strasse zwischen Spisertor-Kreisel und Kantiheim leicht absenken. Da das Pärklein neben dem Kantiheim eher «introvertiert» sei, ist dort die Perronhöhe von 32 Zentimetern laut Ledergerber weniger problematisch.

Gebäude dürfen nicht auf einer Mauer stehen

Dieselben Überlegungen gelten auch für die andere Strassenseite: Die Denkmalpflege habe beim Neubau der stadtauswärts führenden Haltestelle vor wenigen Jahren angeregt, ein 22 Zentimeter hohes Perron zu erstellen, sagt Ledergerber. Zwar komme dort aufgrund der Volumen der Gebäude und deren grösserem Abstand zur Strasse auch eine Perronhöhe von 32 Zentimetern in Frage. Wie beim Kantiheim dürfe jedoch auch dort nicht der Eindruck entstehen, die Liegenschaften stünden auf einer Mauer. Dieser Eindruck würde verstärkt, wenn das Perron im Bereich der Parkplätze abfallen würde.

Ausserdem wäre dann die Symmetrie bei der Höhe der Perrons auf beiden Strassenseiten nicht gegeben. Merkt man denn die zehn Zentimeter Unterschied – und wenn ja, stört das? «Ja, bei dieser Höhe fällt das sofort auf», sagt Ledergerber. Da sich die Gebäude am Rand der Altstadt befänden, seien die Anforderungen an das Strassenbild höher als anderswo.

«Letztlich ist es eine Interessenabwägung»

Bei den Beurteilungen durch die Denkmalpflege, welche baulichen Massnahmen «aus Sicht des Stadtbildes erträglich» seien, handle es sich allerdings nur um Empfehlungen, sagt Niklaus Ledergerber. «Letztlich braucht es immer eine Interessenabwägung zwischen den unterschiedlichen Anforderungen und Gesetzesvorgaben.» (dag)