Auch der Langsamverkehr kommt zum Zug

GOLDACH/RORSCHACH. Gleichzeitig mit dem öffentlichen Verkehr soll entlang der neuen Doppelspur auch der Langsamverkehr profitieren. Der heutige Fuss- und Radweg startet beim Bahnhof Goldach und führt bis zum Bahnübergang Künzlerpass an der Klosterstrasse.

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Der neue Fuss- und Radweg, mit Holzpfosten markiert, führt vom Goldacher Künzlerpass nach Rorschach. (Bild: Corina Tobler)

Der neue Fuss- und Radweg, mit Holzpfosten markiert, führt vom Goldacher Künzlerpass nach Rorschach. (Bild: Corina Tobler)

Goldach/Rorschach. Gleichzeitig mit dem öffentlichen Verkehr soll entlang der neuen Doppelspur auch der Langsamverkehr profitieren. Der heutige Fuss- und Radweg startet beim Bahnhof Goldach und führt bis zum Bahnübergang Künzlerpass an der Klosterstrasse. Dieser Weg soll von dort bergseitig bis zum Bahnhof Rorschach Stadt weitergeführt werden.

Von Zentrum zu Zentrum

Damit setzen die beiden Gemeinden eine der gewichtigsten Massnahmen im 2014 mit Rorschacherberg veröffentlichten Langsamverkehrskonzept um. «Dieser Weg ist uns ein extrem wichtiges Anliegen. Wir sind ständig daran, die Voraussetzungen für den Langsamverkehr zu optimieren. Der Bahnweg ist aber mit das Rückgrat des Konzepts», betont Goldachs Gemeindepräsident Thomas Würth die Bedeutung der direkten Verbindung vom Dorf- ins Stadtzentrum. Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach, doppelt nach. «Eine solche Verbindung für Velofahrer mitten durch Siedlungsgebiet und praktisch ohne Strassenverkehr ist wohl im ganzen Kanton einzigartig.»

Der Weg ist auch im Agglomerationsprogramm des Bundes aufgeführt und wird entsprechend vom Bund mitfinanziert. Die Bruttokosten belaufen sich auf 1,553 Millionen Franken, wobei 1,123 Millionen Franken auf Goldach und 430 000 Franken auf Rorschach entfallen. Bund und Kanton sollen laut Thomas Würth mindestens 60 Prozent der Kosten übernehmen.

Gespräch mit Landeigentümern

Das neue Wegstück wird drei Meter breit und asphaltiert, links und rechts gliedert sich je ein 25 Zentimeter breites, nicht betoniertes Bankett an, wo das Wasser abfliessen kann. Zur Bahnlinie hin wird der Weg mit einem Zaun abgesichert. Eine Beleuchtung wird ebenfalls installiert. In Goldach sind vom Projekt neben den SBB mit einer kleinen Fläche auf der Seeseite die Gemeinde und zwei weitere Landeigentümer betroffen. Die Gemeinde möchte von letzteren das Recht an deren Land erwerben und führt zu diesem Zweck seit längerem Gespräche. «Marcel Schlegel müsste 595 Quadratmeter Land abgeben, Harald Geisser 250 Quadratmeter. Die zweite Gesprächsrunde steht diese und nächste Woche an. Der bisherige Verlauf war aber lösungsorientiert. Wir sollten den Rank finden und uns gütlich einigen können», sagt Würth, der dank dieses Vorgehens auf weniger Einsprachen hofft.

SBB-Projekt bestimmt Baustart

Die Einsprachefrist gegen das Strassenbauprojekt und den zugehörigen Teilstrassenplan läuft in Goldach und Rorschach bis 13. Mai. In Goldach liegt bis dann zusätzlich ein Baulinienplan auf. Dieser weicht von der Norm ab, indem er trotz des neuen Wegs südlich der Bahnlinie am Grenzabstand von fünf Metern zum Gleis und nicht etwa zum Weg festhält. «Der Weg soll den Grundeigentümern keine Nachteile bringen, daher beschlossen wir, den Weg innerhalb dieser fünf Meter Grenzabstand zu bauen», begründet Würth.

Der Baustart soll frühestens 2016 erfolgen. Dieser ist vom Vorankommen des SBB-Projekts zur Doppelspur abhängig, da das zweite Gleis bergseitig des bestehenden gelegt wird und der Weg an dieses anschliesst.

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