Asylunterkunft für die Zukunft

Der Teilzonenplan für die geplante Asylunterkunft in der ehemaligen Saurer-Kantine in Steinach liegt öffentlich auf. Momentan liegt das Gebäude in einer Industriezone. Zudem präsentiert der Rat Ideen für ein neues Asylkonzept.

Christoph Renn
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Die ehemalige Saurer-Kantine in Steinach soll zur neuen Asylunterkunft umgebaut werden. (Bild: Christoph Renn)

Die ehemalige Saurer-Kantine in Steinach soll zur neuen Asylunterkunft umgebaut werden. (Bild: Christoph Renn)

STEINACH. In der 3463-Seelen-Gemeinde Steinach leben neu 24 Asylsuchende. Alle wohnen gemeinsam unter einem Dach in der Liegenschaft an der Otmarstrasse. «Die Zahl hat im dritten Quartal dieses Jahres massiv zugenommen», sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. Die Situation sei zwar noch nicht prekär, doch sei er froh, mit dem Umbau der ehemaligen Saurer-Kantine an der Schöntalstrasse 12 eine gute Lösung für die Zukunft präsentieren zu können. Momentan liegt der Teilzonenplan für die geplante Unterkunft im Gemeindehaus öffentlich auf.

Baukredit bereits bekommen

Die Parzelle Nummer 1022 muss umgezont werden, da sie momentan in der Industriezone liegt. «Weil die Unterkunft für Asylsuchende dem Zweck dieser Zone widerspricht, sollen das bestehende Gebäude und die befestigte Fläche der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugewiesen werden», sagt Roland Brändli. Die restliche Fläche zum Bach hin werde der Grünzone Schutz zugewiesen.

Mit dem Referendum gegen die Planauflage rechnet der Gemeindepräsident nicht. «Das Vorhaben ist für die Steinacher keine Neuigkeit», sagt Brändli. An der vergangenen Bürgerversammlung haben die Stimmberechtigten bereits den Baukredit von 273 800 Franken gesprochen. Für wie viele Asylsuchende die Variante an der Schöntalstrasse Platz bieten wird, kann gemäss Brändli variabel ausgeführt werden. Geplant waren ursprünglich 20 Plätze plus Lagerräume für den Werkhof. «Je nach Anforderung können wir die Nutzung der Räume anpassen.» Wie viel Fläche bei steigender Zahl Asylsuchenden dann noch für die Lagerräume übrig bleibt, lässt Brändli offen. Die Gemeinde will das Projekt vorantreiben, «weil Ende 2017 die jetzige Unterkunft im Zentrum abgebrochen wird. Bis dahin brauchen wir eine neue Lösung. Ansonsten würden wir Wohnungen zumieten.»

Verstreicht die 30tägige Planauflage ohne Einsprachen, muss der Teilzonenplan noch dem Referendumsverfahren unterstellt werden. «Falls dann 200 Unterschriften gegen das Projekt eingehen, würde das Projekt zur Abstimmung kommen», sagt Roland Brändli. Verstreicht aber auch dieses ohne Verzögerung, fehlt nur noch das Baugesuch. «Verlaufen alle Verfahren ohne weitere Umwege, können wir Ende März mit den Bauarbeiten beginnen.» Im Winter 2016 könnten dann die Asylsuchenden in die neue Unterkunft neben der Halle der Firma swisswindows an der Grenze zu Arbon ziehen.

Einsätze für die Allgemeinheit

Die neue Asylunterkunft sei aber nur ein Teil der Anpassung an die steigende Zahl der Asylsuchenden. «Wir arbeiten momentan an einem neuen Asylkonzept», sagt Roland Brändli. Dieses sieht eine bessere Betreuung der Asylsuchenden vor. An seiner Sitzung vom 9. November hat der Rat darüber beraten und festgestellt, dass der operative Betrieb funktioniere. Doch es benötige in der neuen Situation verstärkte Integrationsmassnahmen. «Wir haben einige neue Ideen dazu aufgenommen», sagt Brändli. Eine davon ist die Testphase für Deutschkurse bis März 2016. Wie die anderen Massnahmen genau aussehen, werde momentan erarbeitet.

Asylsuchende fallen nicht auf

«Uns schweben beispielsweise Einsätze für die Allgemeinheit vor», ergänzt Brändli. So könne er sich vorstellen, dass die Asylsuchenden Wege säubern. «Wir hoffen darauf, dass sich freiwillige Helfer aus der Gemeinde bei uns melden oder dass Vereine wie der FC oder der Turnverein Interessierte im Training aufnehmen.» Mit den verschiedenen Ideen wolle der Gemeinderat verhindern, dass die Asylsuchenden den ganzen Tag nichts zu tun haben und sich langweilen. Momentan merke die Gemeinde von den 24 Asylsuchenden wenig bis nichts. «Es sind noch keine negativen Meldungen bei uns eingegangen.» Trotzdem sei die verbesserte Integration gerade in der Startphase und in Anbetracht der steigenden Zahlen wichtig, damit es in Steinach weiterhin ruhig bleibe.