Asylsuchende warten in der Enge

EGGERSRIET. Das Zentrum für Asylsuchende Landegg öffnete am Samstag seine Türen. Interessierte erhielten bei ihrem Besuch die Gewissheit, dass Asylbewerber nicht in Luxus auf den Entscheid ihres Asylantrags warten.

Rudolf Käser
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Essen statt Deutsch: Im Raum für Deutschunterricht wird für einmal Essen serviert. (Bild: Rudolf Käser)

Essen statt Deutsch: Im Raum für Deutschunterricht wird für einmal Essen serviert. (Bild: Rudolf Käser)

Grosser Andrang herrschte am Samstag in Landegg. Viele wollten sich ein Bild über das Asylzentrum machen, welche sich auf zwei Kantonsgebieten befindet. Auf der rechten Seite von Rorschach Richtung Grub SG befindet sich das Haus A für den Kanton St. Gallen, auf der linken das Haus B für Appenzell Ausserrhoden.

Eng und bescheiden

Die Besucher sahen bescheidene Büros, eine von vormaligen Nutzern gut ausgebaute Küche, dafür enge und bescheidene Schlafzimmer. Das erstaunte eine Besucherin. «Ich habe mich immer gefragt: Wie geht es diesen Menschen. Nun nach der Führung frage ich mich, ob die Menschen in dieser Enge glücklich sein können.»

Auffallend waren die multikulturellen Gesichter vom Kleinkind bis zu älteren Personen. «Zurzeit sind 37 Nationen vertreten und wir können 106 Plätze anbieten», erklärte eine Betreuungsperson beim Rundgang. Entgegen oft verbreiteten Meinungen würden die Asylbewerber bescheiden gehalten. Sie erhielten alle 14 Tage 63 Franken und wenn sie einen der begehrten Jobs ausüben können, 120 Franken, wurde erklärt.

«Leute leben einfach»

Auffallend war, wie gut strukturiert das Zentrum ist. Jede Frau und jeder Mann scheint ihren Aufgabenbereich zu kennen. Eine Besucherin aus Rorschacherberg wollte sich vergewissern, wie die Menschen hier so leben. «Sie leben einfach, aber in einem gut strukturierten Zentrum», stellte sie nach dem Rundgang fest. Ihre Kollegin fügte bei, dass sie die Turnhalle schätze. Da hätten die Bewohner wenigstens genügend Platz. Paul Zellweger von Horn kam zum Tag der offenen Tür, weil er davon aus der Zeitung erfahren hat. «Ich wollte mich da einmal mit eigenen Augen vergewissern, wie es aussieht, nachdem im Fernsehen und in den Zeitungen oft negative Berichte enthalten sind.» Sein Eindruck sei, dass das Zentrum sehr korrekt und kompetent geführt werde.

Wenig Kritik, viel Verständnis

In vielen geführten Gruppen sei man weitgehend auf Verständnis gestossen, erwähnte Zentrumsleiter Luan Skenderi. «Aber ich erlebte auch einige negative Stimmen, etwa, den Asylbewerbern gehe es zu gut.» Doch das habe man in Erklärung der Verhältnisse und bei täglich 4.50 Franken Taschengeld weitgehend zerstreuen können. In Heiden sammelten noch an diesem Samstagmorgen Jungsozialisten Unterschriften für die Spekulationsstop-Initiative.

Um die Mittagszeit, so lautete ihr Plan, wollte man gemeinsam ins Asylzentrum Landegg fahren. «Es sind fünf bis sechs Leute erschienen und die haben sich friedlich verhalten», berichtete Luan Skenderi.

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