Asylfirma kritisiert Gommiswald scharf

GOMMISWALD. Das Geschirr zwischen der Firma ABS Betreuungsservice und der Gemeinde Gommiswald ist zerschlagen. Gestern gab die ABS das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Sie greift Gemeindepräsident Peter Göldi hart an.

Elvira Jäger
Drucken
Teilen

Das Geschirr zwischen der Firma ABS Betreuungsservice und der Gemeinde Gommiswald ist zerschlagen. Gestern gab die ABS das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Sie greift Gemeindepräsident Peter Göldi hart an.

ABS-Geschäftsleiter Maurizio Reppucci sagte gestern auf Anfrage, in Gesprächen mit der Gemeinde Gommiswald seien von beiden Seiten gewisse Korrekturen vereinbart worden, etwa der stärkere Einbezug Freiwilliger in die Betreuung von Asylsuchenden. Am vergangenen Donnerstag las Reppucci aber in einem Artikel, seine Firma dulde unhaltbare Zustände im Asylheim.

Richtigstellung verlangt

Im Artikel kam auch Göldi zu Wort. Die Firma ABS verlangte eine Richtigstellung. Göldi sei auf diese Forderung jedoch nicht eingegangen. Ausserdem habe es die Gemeinde unterlassen, beim Umzug einer Asylsuchenden ABS einzubeziehen. Daraufhin habe die Firma befunden, die Zusammenarbeit sei dermassen gestört, dass nur noch die Kündigung bleibe, sagt Reppucci. Die ABS fühlt sich von den Medienberichten «in diffamierender und herabmindernder Art dargestellt», wie sie in ihrer Medienmitteilung gestern abend schrieb. Ausserdem sei die Gemeinde Mieterin der in den Medien angeprangerten Liegenschaften, und nicht die ABS.

Kündigung schon im Herbst

Der Haussegen zwischen Gommiswald und der Asylbetreuerfirma hängt schon seit längerem schief. So hat die Gemeinde den Vertrag mit der ABS bereits am 30. September vorsorglich per Ende Jahr gekündigt und Gespräche mit der Firma verlangt. Peter Göldi forderte unter anderem eine höhere Präsenz der Betreuungspersonen in Gommiswald und eine bessere Qualität der Leistungen.

Gestern hiess es in einem dürren Communiqué aus der Gemeindekanzlei lediglich noch, die Kündigung sei «auf Grund diverser Vorkommnisse erfolgt, über welche auch in der Sendung <Rundschau> des Schweizer Fernsehens berichtet wurde». In der Zwischenzeit hat Gommiswald eine Asylkommission aufgebaut. Sie wird die Betreuung ab 1. Januar übernehmen. Die Administration wird das Sozialamt erledigen.

Aktuelle Nachrichten