ARTERHALTUNG: Das Rückgrat für die Fischerei

Nach 18 Monaten Bauzeit wurde das Fischereizentrum in Steinach gestern von den Regierungsräten Marc Mächler und Bruno Damann eingeweiht. In ihren Reden fanden auch Philosophen und Homo sapiens’ Platz.

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Die St. Galler Regierungsräte Marc Mächler und Bruno Damann (rechts) beim Rundgang im neuen Fischereizentrum in Steinach. (Bild: Marcel Muttner)

Die St. Galler Regierungsräte Marc Mächler und Bruno Damann (rechts) beim Rundgang im neuen Fischereizentrum in Steinach. (Bild: Marcel Muttner)

«In uns allen steckt ein Stück Fisch», sagt Regierungsrat Marc Mächler, Vorsteher des Bau­departements, bei seiner Begrüssung und hat die Aufmerksamkeit der verdutzten Besucher auf sicher. Damit meine er aber nicht etwa die Forelle, die man vielleicht zu Mittag gegessen habe, und auch nicht das Sternzeichen Fisch, in dem er geboren sei. «Jedes Reptil, jeder Vogel und jedes Säugetier, und auch der Homo sapiens stammt von Urfischen ab», klärt er auf. Vergleiche man ein Fischembryo und ein menschliches Embryo im Frühstadium, so sei zu erkennen, dass beide sehr ähnlich seien.

Auch das Fischereizentrum habe eine Evolutionsgeschichte zu erzählen. Sie reiche von der Standortsuche bis hin zur jetzigen Eröffnung. Der nun eingeweihte Neubau in Steinach ersetzt die in die Jahre gekommene Fischzuchtanlage in Rorschach, die aufgrund des abgelaufenen Baurechtsvertrags aufgegeben werden musste. Der Weg von der Planung bis zum nun hier stehenden Gebäude sei mit Herausforderungen verbunden gewesen.

Die Hartnäckigkeit von Vorgänger Willi Haag

Daher wolle er einen breiten Dank aussprechen. An die Standortgemeinde, den Beteiligten am Bau, den Architekten und natürlich auch an seinen Vorgänger Willi Haag, für seine Hartnäckigkeit, dieses Projekt realisieren zu können. «Wenn man einen Teich ablässt beim Fischen, so fängt man freilich etwas, aber im nächsten Jahr sind keine Fische mehr da.» Damit habe der chinesische Philosoph Lü Buwei schon 300 vor Christus recht gehabt. Bringe man das Zitat in Verbindung mit der Überfischung und dem Artensterben, könne es nicht passender sein. Mit dem Fischereizentrum könne der Kanton St. Gallen seine Verantwortung, Wasserlebewesen zu schützen und zu fördern, wahrnehmen.

Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, betont, das hier sei mehr als ein Haus, nämlich das eigentliche Rückgrat der Fischerei im und am Bodensee. «Das Bild passt gut, denn das Fischereizentrum bietet ein stabiles Gerüst für den Artenschutz. Wir können so eine nachhaltige Fischerei sicherstellen.»