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Arsenal will Wittenbacher Rasen

WITTENBACH. Hoher Besuch aus England. Kürzlich testeten Vertreter des Spitzenfussballvereins Arsenal London den Kunstrasen in Wittenbach. Das Fazit der Engländer, die bisher nur Plätze mit Granulat kennen: Der mit Abstand beste Rasen.
Corinne Allenspach
Ein «Testspiel» der besonderen Art. Andreas Tischhauser von der Ausserrhoder Firma Tisca Tiara (Mitte, mit schwarzer Jacke und grauer Hose) und Vertreter der Gemeinde Wittenbach zeigen den Verantwortlichen von Arsenal London den Kunstrasenplatz auf den Sportanlagen im Grüntal. (Bilder: pd)

Ein «Testspiel» der besonderen Art. Andreas Tischhauser von der Ausserrhoder Firma Tisca Tiara (Mitte, mit schwarzer Jacke und grauer Hose) und Vertreter der Gemeinde Wittenbach zeigen den Verantwortlichen von Arsenal London den Kunstrasenplatz auf den Sportanlagen im Grüntal. (Bilder: pd)

Die Engländer sind es sich gewohnt, im Fussball die Regeln vorzugeben. So auch kürzlich, als eine Delegation des Spitzenclubs Arsenal London, der als einer der erfolgreichsten Fussballvereine Englands gilt, nach Wittenbach kam unter der Bedingung: keine Presse vor Ort. «Wir durften nicht einmal unsere Kollegen im Gemeindehaus über den Besuch informieren», sagt Daniel Worni, Leiter Tiefbauamt der Gemeinde Wittenbach.

Alles topsecret. Denn der Stadionchef von Arsenal, der Platzwart und der Juniorenchef wollten keine Zeit verlieren mit Interviews geben, sondern gründlichst den Kunstrasen im Grüntal testen. Und zwar nicht nur in der Theorie. Juniorenchef Andries Jonker brachte gleich die Kickschuhe und verschiedene Fussbälle mit. Das Fazit der Engländer nach eingehender Prüfung: «Der mit Abstand beste Rasen.»

Fussballnation vertraut Schweiz

Offiziell eröffnet ist Wittenbachs Kunstrasenfeld erst seit Mitte August. Produziert wurde der Rasen von der Firma Tisca Tiara in ihrem Werk in Urnäsch. «Für uns ist es natürlich schön, dass Leute aus der Fussballnation in die Schweiz kommen, um zu sehen, was es gibt», freut sich Andreas Tischhauser, Mitglied der Geschäftsleitung. Bisher kenne man in England eigentlich nur Kunstrasen mit Granulat. Bereits im Mai hatte Tischhauser deshalb mit Vertretern von Arsenal Plätze im Raum Zürich angeschaut. Vor wenigen Tagen nun in der Ostschweiz.

Zusammen mit Empa entwickelt

Dass die Engländer vom Rasen in Wittenbach besonders angetan sind, ist für Tischhauser kein Zufall. «Wir haben den sogenannten Appenzeller Rasen zusammen mit der Empa St. Gallen entwickelt. Es handelt sich um ein <Premium-Produkt>», sagt er. Erklärtes Ziel: den «optimalen Fussballrasen» herzustellen. Die Tisca Tiara habe das europäische Patent darauf. Wie Naturrasen besteht dieser Kunstrasen aus Halmen. Wobei für jeden Halm zwei Kunststoffe verwendet werden. Widerstandsfähiges Polyamid (PA) für den Kern und hautfreundliches Polyethylen (PE) für den Mantel. In der Region gebe es den Rasen bisher noch in Herisau und in der Fussballschule Bürglen (TG). Und ab November auch in Thal.

Die Qual der Wahl

Aus den Hunderten von verschiedenen Kunstrasen den richtigen für Wittenbach auszuwählen, sei schwierig gewesen, sagt Daniel Worni. Hauptkriterien waren: Lange Lebensdauer, geringe Verletzungsgefahr und gute Dämpfung, was vor allem für Jugendliche im Wachstum wichtig sei. Qualität hat aber auch ihren Preis und einige Wittenbacher ärgern sich heute noch, dass für ein Fussballfeld so viel Geld ausgegeben wurde. Konkret 3,6 Millionen Franken. Für das Kunstrasenfeld mit Pumpspeicheranlage zur Bewässerung plus zwei Beachvolleyballfelder und einen Duschcontainer. Worni ist aber überzeugt, dass sich die Investition lohnt: «Alle Wittenbacher, die den Rasen benutzen, sind begeistert.»

Premiere in England

Umso mehr fühle man sich geehrt, dass ein Spitzenclub wie Arsenal, bei dem mit Podolski, Özil und Mertesacker gleich drei Stars aus dem deutschen Weltmeisterteam spielen, am Wittenbacher Rasen interessiert seien. Und die Chancen stehen gut, dass Arsenal bald der erste englische Fussballverein sein wird, der diesen Kunstrasen verwendet. Vorgesehen seien in London verschiedene Anwendungsbereiche; in der Halle und im Freien sowie im Trainingscamp. Unterschrieben sei zwar noch nichts, so Tischhauser. Trotzdem ist er zuversichtlich: «Sonst wären die Verantwortlichen nicht zweimal in die Schweiz gereist.»

Juniorenchef Jonker testet die Griffigkeit des Platzes gleich selber.

Juniorenchef Jonker testet die Griffigkeit des Platzes gleich selber.

Arsenals Platzwart schaut sich das Bewässerungssystem genau an.

Arsenals Platzwart schaut sich das Bewässerungssystem genau an.

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