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ARNEGG: Möbeln neues Leben schenken

Jahrelang stand die ehemalige Backstube der Bäckerei-Konditorei Gehr in Arnegg leer. Nun hat Blanca Gehr darin eine kleine Shabby-Chic-Boutique eröffnet. Dabei war das gar nicht geplant.
Angelina Donati
Werken statt backen: In der ehemaligen Backstube wandelt Blanca Gehr herkömmliche Möbel in Shabby Chic um. (Bild: Urs Bucher)

Werken statt backen: In der ehemaligen Backstube wandelt Blanca Gehr herkömmliche Möbel in Shabby Chic um. (Bild: Urs Bucher)

ARNEGG. Dekoriert hat Blanca Gehr schon immer leidenschaftlich gerne. Ob nun in den Filialen der Bäckerei-Konditorei Gehr oder auch bei ihr zu Hause. Fast 40 Jahre lang führten Blanca und Gidi Gehr die Geschäftsstellen in und rund um Gossau. Nach wie vor aber helfen sie im Familienbetrieb tatkräftig mit. Zu Blanca Gehrs Spezialitäten etwa gehört unter anderem das Schmücken der Schaufenster. Aber auch hinter der Theke in der Hauptfiliale an der St. Gallerstrasse in Gossau trifft man sie jeden Sonntag.

Nachdem ihr die Kinder zu ihrem 60. Geburtstag im März dieses Jahres einen Gutschein für einen Shabby-Chic-Kurs geschenkt hatten, bekam das Dekorieren eine ganz neue Bedeutung. Mittlerweile dreht sich bei Blanca Gehr alles nur noch um diesen Einrichtungsstil. «Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, was Shabby-Chic ist», sagt Blanca Gehr und schmunzelt. Auch habe sie früher nie gemalt und war auch nicht der Typ, der Brockenstuben nach Schnäppchen durchforstet hat. Das aber hat sich seit dem Kursbesuch schlagartig geändert.

Jeder Pinselstrich und jeder Fleck ist bewusst gewählt

Als Versuchsstück diente ein Schränkchen, das sie in ihrer heutigen Shabby-Chic-Boutique ausstellt. Beim Erlernen, wie man herkömmliche Möbel restauriert und sie antik aussehen lässt, kam bei Blanca Gehr sofort Begeisterung auf. «Es fasziniert mich, was man aus alten Möbeln und Gegenständen machen kann, die man sonst weggeben oder sogar wegwerfen würde.»

Auch wenn Shabby-Chic zu Deutsch schäbig und abgetragen bedeutet, ist doch jeder Pinselstrich und jeder geschliffene Fleck bewusst gewählt. «Im Kurs lernten wir zwar, dass man nichts falsch machen könne und auch, dass die Arbeit an einem Gegenstand nie abgeschlossen sei», sagt Blanca Gehr. Nicht bei jeder Oberfläche lasse sich die Farbe aber gleich gut auftragen oder das Holz abschleifen, wie die langjährige Geschäftsführerin feststellen musste. Die Verschönerung eines Stuhls aus Rattan etwa sei ihr gänzlich misslungen, wie sie gesteht. Das Grau habe sich auch mit mehreren Schichten nicht mit Weiss überdecken lassen und auch als sie sich für einen Blauton entschied, sah das gute Stück nicht besser aus.

Lädeli war eigentlich gar nicht geplant

Die anderen Kleinmöbel und Dekorationsgegenstände, an denen Blanca Gehr arbeitet, kommen aber nach ihrem Gusto. «Diese Arbeit hat so etwas Beruhigendes. Es gelingt mir richtig abzutauchen», sagt Blanca Gehr. Auch die Besucher in der kleinen Boutique lassen sich von ihrer Begeisterung anstecken. Über die Begegnungen freut sie sich – das habe sie auch stets als Geschäftsführerin als sehr bereichernd empfunden.

Dabei hatte die Gossauerin aber eigentlich gar nicht vor, ein Lädeli zu eröffnen, wie sie sagt. Sie wollte in der ehemaligen Backstube hinter der Bäckerei in Arnegg nämlich nur Werksarbeiten an wenigen Möbelstücken ausführen. Da die Backstube in der Hauptfiliale aus- und umgebaut wurde, war der Raum seit sechs Jahren unbenutzt. Als das Ehepaar Gehr Ferien in Italien machte und sich dort mit unzähligen Fundstücken eindeckte, nahm aber alles seinen Lauf.

Stets auf der Suche nach Einzelstücken

Längst sind nicht nur die Gegenstände ein Blickfang, sondern auch wie Blanca Gehr sie inszeniert. Ab Mitte November bis Anfang Dezember plant sie ausserdem verschiedene Ausstellungen. Ihr Handwerk lässt sich mittlerweile auch in der Gehr-Filiale in Herisau, die als Café betrieben wird, wiederfinden: Die Sofaecke, die Einrichtung und die Verkaufsartikel – es sind alles Stücke, die mit ihren gewollt sichtbaren Gebrauchsspuren an frühere Zeiten erinnern.

«Shabby-Chic ist wie ein Virus, der einen befällt», sagt Blanca Gehr. Mehrmals wöchentlich durchstöbert sie nun Brockenstuben und besucht ab und zu Märkte. Immer auf der Suche nach ausgemusterten Stücken. Ihr Mann hilft ihr beim Transport. Nur Antiquitäten belasse sie in ihrem Ursprungszustand. Blanca Gehr schwärmt ausserdem, dereinst mal bei einem Inventarverkauf dabei zu sein, mitsamt Feilschen und Ergattern von speziellen Einzelstücken.

Shabby-Chic-Boutique, Bischofszellerstrasse 326, Arnegg, offen samstags 9-13 Uhr, auf Anfrage vor Ort oder bei Blanca Gehr unter 079 209 93 32

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