ARNEGG: Glocke schlägt für Veränderung

An der Bürgerversammlung der Dorfkorporation wurde über langfristige ­Veränderungen gesprochen. Rasche Lösungen sind im 1700-Seelen-Dorf nicht zu erwarten.

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Verkehr und Ilgen-Glocke beschäftigen die Arnegger. (Bild: Peer Füglistaller)

Verkehr und Ilgen-Glocke beschäftigen die Arnegger. (Bild: Peer Füglistaller)

Lange blieb die Glocke der «Ilge» still. Nun schallt der Klang des historischen «Elfiglöggli» wieder zweimal täglich durch das Dorf. Markus Giger, Präsident der Dorfkorporation Arnegg, illus­trierte an der Bürgerversammlung von Montag am Beispiel der Glocke wegweisende Veränderungen, die vor dem 1700-Seelen-Dorf nicht haltmachen. Er betonte: «Wir müssen uns den Veränderungen stellen.»

Während die Glocke nach einer Sanierung und mehrmonatigen Pause wieder hell erklingt, sind andere Änderungen un­widerruflich. So eröffnete anstelle der Käserei vor kurzem eine Tankstelle – die wiederum für mehr Verkehr auf der Bischofszellerstrasse verantwortlich sei.

Diskussion um Haltekante beim Bahnhof

Damit schnitt Giger ein Thema an, das an der diesjährigen Versammlung mehrmals zur Sprache kam: die Verkehrsbelastung auf der Hauptachse durch das Dorf. Auch Gossaus Stadtpräsident Alex Brühwiler nahm sich der Thematik an und sprach einmal mehr davon, dass der Grossteil des Verkehrs «hausgemacht» sei. Statt mit dem Auto sollten die ­Arnegger – genauso wie die Goss­auer – öfters auf das Velo um­steigen oder zu Fuss gehen. Das Stadtkonzept sieht denn auch vor, dass die Anbindung mit dem öV an Gossau verbessert werden soll und der Bahnhof Arnegg als Umsteigeknotenpunkt zwischen Bahn und Bus gestärkt werden soll. Dies veranlasste eine Zu­hörerin zu der Frage, wann denn die Haltekante am Gleis geebnet werde. Sie ist für Kinderwagen oder Rollstühle momentan fast unpassierbar. Die Antwort von Stadtrat Stefan Lenherr zeigte, dass die Arnegger keine schnellen Lösungen erwarten dürfen: Spätestens im Jahr 2023 soll die Kante verschwinden, dies verlange das sogenannte Behindertengesetz.

Brühwiler sprach in seiner Rede zudem über die Zentrumsgestaltung auf dem Hälg-Areal, wo zusammen mit den Eigentümern eine Mischung zwischen Wohn- und Gewerbezone geprüft werde. Zudem referierte er über die Siedlungs- und Gewerbezone und schnitt kurz die Frage nach dem Schulstandort an, die zu gegebenem Zeitpunkt geklärt werden müsse.

Für Diskussionsstoff sorgten die Traktanden an der Versammlung nicht. Die Arnegger zeigten ihre Zustimmung jeweils einstimmig. Während wichtige Entscheide für das Dorf erst in den kommenden Jahren anstehen, steht das nächste wichtige Datum für Arnegg bereist fest: Am 1. Juli findet wiederum das Arneggerfest statt. (nh)