Armee übernimmt Taxidienst

Immer mehr Flüchtlinge gelangen über die sogenannte Balkanroute nach Buchs. Um die Kantonspolizei St.Gallen und das Grenzwachtkorps zu entlasten, hat das Staatssekretariat für Migration nun die Armee um Unterstützung gebeten.

Tim Naef
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Der Zustrom von Flüchtlingen über die Balkanroute hat im September zugenommen. (Bild: Keystone)

Der Zustrom von Flüchtlingen über die Balkanroute hat im September zugenommen. (Bild: Keystone)

"Schweizer Armee rückt an die Grenze aus" – so titelt die Gratiszeitung 20 Minuten auf ihrem Onlineportal. Die Überschrift suggeriert, was gewisse politische Kreise seit Monaten fordern: Die Armee soll die Grenze bewachen. Walter Frik, Mediensprecher der Schweizer Armee, winkt aber ab: "Wir haben weder die Hauptverantwortung noch bewachen wir die Grenze zu Österreich."

Dass aber Schweizer Armeeangehörige in Buchs tätig sind, bestätigt Frik. "Auf Anfrage des Staatssekretariats für Migration (SEM) sind wir mit sechs Armeefahrzeugen und den entsprechenden Fahrern vor Ort." Das habe aber nicht im Geringsten damit zu tun, dass wir die Grenze bewachen würden.

Armee ist für den Transport zuständig
Die einzige Aufgabe der Armee in Buchs sei der Transport von Asylsuchenden vom Bahnhof Buchs in die Asylunterkunft nach Altstätten sowie weitere Unterkünfte, sagt Martin Reichlin, stellvertretender Chef Information und Kommunikation des SEM. Bis Anfang Oktober hat häufig die Kantonspolizei St.Gallen oder auch das Grenzwachtkorps diese Aufgabe übernommen. "Damit können die zivilen Organisationen in ihrer Arbeit entlastet werden."

"Aktuell kommen am meisten über die Balkanroute"
Dass das Staatssekretariat für Migration die Armee um Unterstützung gebeten hat, hat mit den europäischen Flüchtlingsströmen zu tun. In einer Medienmitteilung vom vergangenen Freitag schreibt das SEM: "Die Schweiz war im dritten Quartal 2015 vergleichsweise wenig von der Migrationsbewegung über den Balkan nach Zentral- und Nordeuropa betroffen. Insgesamt nutzte immer noch eine Mehrheit der hier [Schweiz] registrierten Asylsuchenden die Route über das zentrale Mittelmeer." Allerdings habe sich dies gegen Ende des Quartals geändert und die Asylsuchenden, welche über die Balkanroute in die Schweiz gelangten, seien im September in der Mehrheit gewesen.