Armee soll endlich Alternativen suchen

«Der Knall muss echt sein», Ausgabe vom 27. Januar

Roland Rüedi Hinterberg 22, 9014 St. Gallen
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Als direkt Betroffener kommt mir die Aussage «der Knall muss echt sein» wie eine Ohrfeige herüber. Es will nichts anderes heissen, als dass die immensen Lärmimmissionen durch das oft bis in späte Abendstunden andauernde Geböller gerechtfertigt ist und als widerspruchslos hingenommen werden muss. Die Äusserungen in diesem Beitrag bedürfen einer gründlichen Korrektur. Zum ersten glaube ich nicht, dass pro Jahr lediglich zehn Reklamationen wegen des Schiesslärms eingehen. Es dürften meines Erachtens viel mehr sein. Egal, ignoriert werden sie ja ohnehin. Zitat: «Man versuche so wenig Lärm wie möglich zu machen.» Dieses unsinnige Paradox zur Aussage «der Knall muss echt sein» spottet jeder Beschreibung. Als ob man lautlos schiessen könnte. Es wird der Einklang zum Naherholungsgebiet erwähnt. Will heissen, Flora und Fauna haben sich mit dem Schiesslärm arrangiert. Weitere Aussage: Die Anlagen werden durch viele andere Schiessvereine benutzt. Dies wieder ein Rohrkrepierer. Dieser Schiesslärm ist im Verhältnis zum schweren Geschütz der Armee vernachlässigbar und stört sehr wenig. Ausserdem gibt es sicherlich noch kaum bewohnte Gebiete, die sich als Übungsplätze weit besser eignen würden als das mittlerweile schon dicht besiedelte Breitfeld und vom Naherholungsgebiet Neuchlen-Anschwilen noch ganz zu schweigen. Es ist sehr zu wünschen, dass sich die Armee endlich ernsthaft bemüht, um diesbezüglich nach Alternativen Ausschau zu halten und diese Gebiete nicht weiterhin auf so schändliche Art und Weise missbraucht. Zum Schluss frage ich mich, ob sich die Schweizer Armee nicht besser auf Katastrophenfälle und Hilfeleistungen bei Veranstaltungen beschränken sollte, wo sie sich wenigstens nutzbringend einbringen könnte. Es würden zahlreiche Unfälle mit Kollateralschäden und sonstigen Auswüchsen durch Armeeangehörige weitgehend vermieden werden können; von den Material- und Personenverlusten noch gar nicht gesprochen. Ausserdem würde die Schweiz in einem Ernstfall mit der heute vorhandenen Kriegstechnologie kaum in der Lage sein, sich wirksam dagegen zur Wehr zu setzen. Und zu allerletzt wäre noch die berechtigte Frage: Wie kommt es überhaupt dazu, dass die in diesem Beitrag erwähnte Präsidentin von «Pro Gaiserwald» mit den Lärmverursachern kooperiert, statt sich mit den besorgten und ruheliebenden Bürgern an einen Tisch zu setzen und deren Anliegen wirklich ernst zu nehmen?

Roland Rüedi Hinterberg 22, 9014 St. Gallen