Archäologie bis zum Gehtnichtmehr

«Investoren drohen mit Rückzug», 17.9.2010 In St. Gallen droht ein grosses Bauvorhaben wegen Ausgrabungen von alten Mauerresten auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben zu werden. In Zürich, nahe beim Opernhaus, dieselbe groteske Situation.

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«Investoren drohen mit Rückzug», 17.9.2010

In St. Gallen droht ein grosses Bauvorhaben wegen Ausgrabungen von alten Mauerresten auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben zu werden. In Zürich, nahe beim Opernhaus, dieselbe groteske Situation. Was soll es nun eigentlich mit dieser Art Archäologie, welche ich nur noch als Hysterie bezeichnen kann.

Ein paar Brocken alter Mauerreste behindern Bauten für die Heutigen. Die «Damaligen» haben die betreffende Mauer wohl mit guten Gründen zerfallen lassen. Hätten sie diese Reste aufbewahren wollen, hätten sie dieselben ins Museum verfrachtet. Die Trümmer sollen also in Frieden ruhn. Gestern und vorgestern sind damals und sind gewesen.

Das Heute aber ist bedrängendste Gegenwart. Die Heutigen sind dazu verdammt, mit dem Heute leben zu müssen. Die jetzigen Probleme beschäftigen uns jetzt schon genügend.

Sie werden viele von uns noch weiter, und unsere Nachkommen vor allem, noch mit grösster Bedrängnis, beschäftigen. Ich wiederhole mich: Die für mich in diesen Fällen überstrapazierte Archäologie in Ehren, aber sie möge ebenfalls hier einmal in Frieden ruhn.

Glücklicherweise haben sich einige meiner Bekannten auch empört über die vorgenannten Baubehinderungen in St. Gallen und Zürich geäussert. Unglaublich, hiess es da.

Hans Ruedi Huggenberger Hofrain 5, 8964 Rudolfstetten