ARBON/STEINACH: Investitionsrausch geht weiter

Kaum ist der Erweiterungsbau des Pflegeheims Sonnhalden bezogen, plant die Genossenschaft die Umgestaltung des Eingangsbereichs und des Restaurants. Gallus Hasler löst Hansjörg Binder als Präsident ab.

Hedy Züger
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Ein Einzelzimmer im neuen Heim-Erweiterungsbau. Mit Blick durch den Flur in den Innenhof. (Bild: Max Eichenberger)

Ein Einzelzimmer im neuen Heim-Erweiterungsbau. Mit Blick durch den Flur in den Innenhof. (Bild: Max Eichenberger)

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch

Nach zehn Jahren im Präsidium übergibt Hansjörg Binder Ende dieses Jahres diese Aufgabe dem Gemeindepräsidenten von Roggwil, Gallus Hasler. Er arbeitet seit 2011 in der Betriebskommission mit. Die Versammlung fand diesmal im neuen Mehrzweckraum namens Mammertshofen statt, ein Name, der den neuen Präsidenten an den gleichnamigen Roggwiler Ortsteil erinnert. «Mein Respekt vor dem Amt geht langsam in Freude über. Ich weiss, dass ich eine super Crew antrete, aber auch die grossen Fussspuren von Hansjörg Binder», sagte Hasler.

Binder räumte im Rückblick auf 2016 ein, dass personell wie organisatorisch und betriebswirtschaftlich eine grosse Herausforderung hinter ihm liege. Diese betraf vor allem den Neubau mit Platz für weitere Bewohner, davon zwanzig Demenzpatienten, aber auch den Umbau der Station 3. Während der zehnjährigen Führungsaufgabe Binders wurden grosse Bauaufgaben angepackt, darunter der Neubau der Grossküche – dies bei laufendem Betrieb.

Der Eingang und das Restaurant im Haus Weinberg «sind in die Jahre gekommen», kündigte Hansjörg Binder einen Projektierungskredit an. «Die baulichen Anpassungen werden einschneidend sein.» Für das Restaurant wird in der Umbauphase voraussichtlich ein Provisorium erstellt. Zum Projektkredit von 50000 Franken stellte Irene Bandle die Frage, ob nach Abschluss grosser Bauaufgaben mit Lärm und Umtrieben nicht eine Phase der Entspannung nötig sei. Dem hielt Binder entgegen, dass von der UBS ein Angebot für Anschlusskredite zu günstigen Konditionen vorliege. Niemand wisse, wie sich die Zinsen entwickeln werden. Bei zwei Gegenstimmen stimmte die Versammlung dem Kredit zu.

Mehr Betreuung in Palliative Care

Im «Sonnhalden» werden oft auch Familien- und Vereinsanlässe durchgeführt. Das Haus hat sich zu einem Ort der Begegnung entwickelt. Heimleiterin Marlene Schadegg zeigte auf, dass neuerdings Bewohner eintreten, die einst in Arbon eingewandert sind, das seien bereits 15 Prozent. Die sprachliche Verständigung sei dann nicht einfach, wenn diese weder Deutsch noch die Hochsprache ihres Landes anwendeten, sondern beispielsweise einen Dialekt, wie in ihrer Jugendzeit in Italien. Im Heim überwiegen noch immer die Seniorinnen.

Das «Sonnhalden» ist für Palliative Care eingerichtet. Spitäler geben derzeit mehr Patienten an Heime weiter, die sich der letzten Lebenszeit nähern. Im Sonnhalden machten diese in letzter Zeit einen Viertel der 131 zu betreuenden Personen aus. Respektvoll erklärte die Heimleitung damit die höhere Anzahl Todesfälle. Kurzzeitige Aufenthalte wirkten sich etwas ungünstig auf die finanzielle Situation aus.

Das heute leer stehende ehemalige Krankenhaus, in dem zwischenzeitlich eine Pflegeabteilung geführt worden war, wurde an der Versammlung ausführlich thematisiert. Binder wies auf das Dilemma hin, in dem sich die Genossenschaft als Besitzerin befindet: Einerseits kommen Investitionen nicht in Frage, anderseits wurde die Liegenschaft mit Baujahr 1911, zwischenzeitlich mehrmals umgebaut, erneut in den Schutzplan aufgenommen – entgegen der Volksabstimmung.

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