ARBON: Vorstadt sah schon bessere Zeiten

Seit Jahren steht sie leer und wartet auf eine Renaissance: die Imbissbude am Fuss des Sonnenhügels. Geschäften war an der St. Gallerstrasse auch schon einfacher. Vermieter tun sich schwer.

Max Eichenberger
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Max Eichenberger

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«Der ideale Typ» ist Walter Klaus bisher noch nicht ins Büro geplatzt, um der herunter­gekommenen Imbissbude im Eck St. Galler-/Weiherstrasse zu einer Renaissance zu verhelfen. Der orange Containerbau, aufgestellt in den frühen 80er-Jahren, steht auf einem Parkplatz, direkt neben einer Liegenschaft, die Klaus gehört. Und gammelt vor sich hin. Seit sieben oder acht Jahren schon. Die Fahrnisbaute bietet Passanten einen unschönen Anblick. Viele sprechen von einem Schandfleck.

Einer, der es mit den Leuten kann

Der Ort steht für eine vorstädtische Einkaufsmeile, die schon glanzvollere Zeiten erlebt hat. Es kommt immer wieder zu Mieterwechseln und Leerständen. Läden und Lokale gingen auf und machten dicht. Mit den Zentren hätten die Probleme angefangen, sagt Walter Klaus. Die wetterten über den Einkaufstourismus und würgten selber die Kleinen ab. Der Markt im Detailhandel und der Wechselkurs spielen brutal.

Zwei Lokale in Klaus’ Liegenschaft St. Gallerstrasse 43 stehen immer noch oder wieder leer. In einem dritten, seit einiger Zeit wieder vermietet, bietet ein Coiffeur den Haarschnitt für 17 Franken an. Beim Würstlistand hätten die Behörden seinerzeit einen längeren Kamin verlangt. Für Klaus eine Schikane. Viel ist seither, 2013, nicht gegangen. Der Pavillon rostet vor sich hin, Mobiliar und Geräte verlottern.

Für ein paar tausend Franken würde er die Imbissbude wieder in Schuss bringen und betriebsbereit machen – wenn denn einer käme, der fähig ist und gute Ideen hat, «einer, der es mit den Leuten kann». Das sei das Wichtige – nicht das Äussere des Lokals oder der Standort, wie hier bei einer Kreuzung.

Viele Träumer in der Gastrobranche

Die Suche geht weiter. Wenn es einer wirklich draufhabe, könne er bei dem günstigen Mietzins, den er biete, so Klaus, im Sektor preiswerter Mittagessen auch ganz gut verdienen. In dieser Branche gebe es halt viele Träumer. Oder sie kämen mit leeren Hosensäcken und könnten sich dann die Kaution von tausend Franken nicht leisten.