ARBON: Musik in der Fabrik

In drei Wochen bezieht die Musikschule ihre neuen Räume im früheren Saurer-Presswerk, das eigens dafür renoviert und umgebaut worden ist. Der Werkstattcharakter bleibt im übertragenen Sinne erhalten.

Max Eichenberger
Drucken
Teilen
Der abtretende Musikschulleiter Leo Gschwend im künftigen Pop-und-Rock-Saal im ehemaligen Saurer-Presswerk. (Bild: Max Eichenberger)

Der abtretende Musikschulleiter Leo Gschwend im künftigen Pop-und-Rock-Saal im ehemaligen Saurer-Presswerk. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

redaktionot@tagblatt.ch

Während 31 Jahren dienten die Räume der ehemaligen Kugellagerfabrik der Musikschule Arbon. Diese Räume werden nun bald der Eigentümerin, der Wälli AG, abgegeben, und die Musikschule zieht in den Kopfbau des früheren Presswerks ein. 1,65 Millionen Franken kostet der Innenausbau. Die Musikschule finanziert diesen Betrag selber: über Stiftungen, Private, Firmen, Legate und Schenkungen. Dies damit die Tarife gleich gehalten werden können. Noch fehlen aber 100000 Franken. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass über Beiträge Dritter die Restfinanzierung sichergestellt werden kann.

Die Geschichte der Mu­sikschule Arbon kennt Leo Gschwend gut. 1987 stieg er als Musikschulleiter ein. Der heute 65-Jährige, der den Umzug mit eingefädelt hat, tritt als Leiter zurück – geht aber doch noch nicht ganz in Pension.

Ein Zentrum der Musik mit Ausstrahlung

Er übergibt die Leitung Julia Kräuchi. Offiziell am 31. Juli. Die «Amtsübergabe» habe aber vor dem Lehrerkonvent schon stattgefunden, sagt Gschwend. Zwei Tage die Woche wird er auch künftig im neuen «Zuhause» der Musikschule im ehemaligen Saurer-Presswerk ein- und ausgehen und Geige sowie Bratsche unterrichten, als Teil des vierzigköpfigen Kollegiums. Zudem wird er weiterhin die musikalische Leitung des Sinfonischen Orchesters Arbon innehaben und die Arboner Sänger dirigieren, die ebenfalls wie fast alle bisherigen Mieter an der Brühstrasse ins neue Zentrum ziehen: wie die in die Musikschule integrierte Tanzwerkstatt, Pro Senectute und der von Alexa Vogel geleitete «Chor ohne Grenzen». In Arbon wird im Turnus zu Romanshorn gesungen. Neuer Mieter ist der Konzertchor Ostschweiz. An der alten Adresse wird nur noch das Telefon gehütet. Am 31. Juli werden die grossen Tasteninstrumente in den Presswerk-Kopfbau transportiert. Vom Umbau der Kantonalbank-Filiale konnte die Musikschule insofern profitieren, als sie einen schönen Teil des Mobiliars übernehmen konnte. Gemeinschaftlich richten die Mieter vom 7. bis 9. August die neuen Räume ein, die bis dahin fertiggestellt und bezugsbereit sind. Die Musikschule nimmt dann den Betrieb am 14. August auf.

«Auch Musik wird erarbeitet»

Das Konzept des Innenaus- baus entwarf Architekt Raphael Künzler. Beim Gang durch die Räume kommt Leo Gschwend ins Schwärmen: «Das wird die schönste Musikschule!» Speziell die Verbindung zwischen Fabrik und Musik: Trotz modern gestalteter Räume sei der Werkstattcharakter spürbar; Musik werde auch «erarbeitet». Davon wird sich die Öffentlichkeit an den Einweihungstagen vom 22. bis 24. September ein Bild machen können – Hörgenuss inklusive.