ARBON: Heimspiel im Heizwerk

Anfang August findet auf dem Areal des alten Saurer-Heizwerks erstmals ein Kulturfestival statt. Auftreten wird auch die Band Juellz, eine ambitionierte Hip-Hop-Combo, die ihre Wurzeln in der Region hat.

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Kenny Frei und Julian «Juellz» Schoeb auf dem Areal zwischen Bahn und Saurer-Werk Zwei, wo das Festival stattfindet. (Bild: Christof Lampart)

Kenny Frei und Julian «Juellz» Schoeb auf dem Areal zwischen Bahn und Saurer-Werk Zwei, wo das Festival stattfindet. (Bild: Christof Lampart)

Die siebenköpfige Band um Frontmann und Namensgeber «Julian Juellz» aka Julian Schoeb, dem kalifornischen Hip-Hop-Veteranen Loucious D’Bonare und dem engagierten Drummer Kenny Frei fiebert selbstredend schon heute dem Auftritt in den heimischen Gefilden entgegen, der Anfang August wortwörtlich über die Bühne gegangen sein wird. «Obwohl viele von uns mittlerweile in St. Gallen wohnen, kommen ursprünglich doch einige aus der Region Arbon. Da ist es schon ein ganz spezielles Gefühl, wenn man auf viele bekannte Gesichter im Publikum hoffen kann», erläutert Juellz.

Was die Leute zu hören bekommen werden, bezeichnet Julian Schöb als «traditionellen Rap». Genau genommen ist es jedoch mehr als nur das. Denn die Songs von Juellz sind nicht nur tiefgründig und lyrisch, sondern groovig und tanzbar und somit genau das, was es braucht, um an einer Veranstaltung wie dem Heizwerk-Kulturfestival nicht nur eingefleischte Freaks, sondern auch jene Leute ansprechen zu können, die bis dato musikalisch mit der Hip-Hop-Szene eher wenig am Hut hatten. «Ich finde, dass wir einen energiegeladenen, melodiösen Stil pflegen, der viele Geschmäcker anspricht. Und unsere Sängerin Belinda del Porto bereichert zudem das Klangbild sehr», gibt sich Juellz alias Julian Schöb dementsprechend selbstbewusst. Kenner vergleichen den Stil von Juellz ein wenig mit dem der Rap-Klassiker-Ikonen von The Roots, welche Ende der 1980er von Philadelphia aus Massstäbe setzten. Und doch wirkt Juellz durch und durch eigenständig.

Musik soll Beruf werden

Es ist denn auch gerade die interessante Kombination zweier Frontmänner und die Tatsache, Hip-Hop als Live-Formation spielen zu können, was die Band für die Zukunft zuversichtlich stimmt. «Wir haben viele Engagements und harmonieren prächtig. Auf unserem gemeinsamen Weg sind wir mittlerweile so weit, dass wir von unserer Musik leben möchten», so Julian «Juellz» Schöb über die näheren Zukunftspläne. Und Kenny Frei ergänzt: «Die Frage, ob wir unsere Leidenschaft zur Berufung machen wollen, haben wir für uns positiv beantworten können.»

Klar, dass da auch gewisse Träume blühen: «Auf den grossen Bühnen auftreten zu können, ist heute sicherlich noch so etwas wie ein Traum für uns, aber auch ein Ziel, dass wir konsequent verfolgen», betont Schöb. Dass es vorderhand bekanntlich noch ein paar Nummern kleiner gehen muss, ist für die Musiker jedoch kein Problem. Vielmehr überwiegt die Freude, am ersten Arboner Heizwerk-Festival aufzutreten. «Wir werden für Arbon jedenfalls ein tolles Programm auf die Bühne bringen», das können wir jetzt schon versprechen», so Schöb.

Christof Lampart

redaktionot@tagblatt.ch

Heizwerk-Festival, Musik Kunst Design; 2.–6. August