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ARBON: «Entscheid nicht nachvollziehbar»

Die einzige Bushaltestelle in der Altstadt wird ab Dezember aufgehoben. Das sorgt für Unmut in der Bevölkerung. Gewerbetreibende befürchten ein Lädelisterben.
Tanja von Arx
Die Haltestelle «Schloss» ist bald nicht mehr: Künftig fahren die Linien 200 und 941 ab dem Bahnhof direkt zum «Stahelplatz». (Bild: Markus Schoch)

Die Haltestelle «Schloss» ist bald nicht mehr: Künftig fahren die Linien 200 und 941 ab dem Bahnhof direkt zum «Stahelplatz». (Bild: Markus Schoch)

ARBON. Der Stadtrat lässt die Altstadt links liegen. Dieser Ansicht ist alt Vizestadtammann Veronika Merz, die ihrem Verdruss über die Streichung der Bushaltestelle «Schloss» in einem Leserbrief Luft macht (Ausgabe vom 22. Oktober). «Es ist unglaublich und politisch sowie gesellschaftlich nicht nachvollziehbar, dass man das Städtchen vom öV abhängt.» Das schade Gewerbe und Tourismus, das Schloss in der Diskussion um den Standort für das Historische Museum sei in Frage gestellt. Gar schlimmer findet Merz, dass die Stadt nicht informiert hat. «Die Menschen resignieren sukzessive und sagen: <Die da oben machen sowieso, was sie wollen>.»

Auch Haltestelle Novaseta nicht mehr bedient

Peter Dürrenmatt, Geschäftsführer der Autokurse Oberthurgau AG (AOT) und mit der Postauto AG zuständig für das Liniennetz, bestätigt auf Nachfrage: «Der Wegfall ist Teil des Fahrplanwechsels ab Dezember dieses Jahres.» Auch die Bushaltestelle «Novaseta» werde aufgehoben. Grund dafür sei die Fahrplanstabilität. Ab dem neuen Bushof beim Hamel sollen die Kurse 200, 201, 940 und 941 nach St. Gallen und Amriswil über die Neue Linienführung Kantonsstrasse fahren. «Müssen die Busse über die Barriere beim Bahngleis, haben wir einen unsicheren Fahrplan.» Passagiere würden den Zug in Arbon und Amriswil verpassen. Ausserdem erziele man eine Verkehrsberuhigung in der Altstadt, denn man umgehe den Gegenverkehr. So lasse sich auch das Einbahnkonzept rascher umsetzen. Veronika Merz sagt dazu: «Das mit der Bahnbarriere hat man schon vor sieben Jahren gewusst.» Seither habe man viel Zeit gehabt, den Fahrplan anzupassen. «Es ist kein Argument.» Sie verweist darauf, dass der Ortsbus nicht gekommen sei und die AOT sowie die Postauto AG Ortsbusfunktion übernommen hätten. Hinsichtlich der Verkehrsberuhigung sagt Merz, die Annahme liege gar nahe, der Stadtrat spure vor, um den Gegenverkehr auf der Hauptstrasse zu belassen. Des Weiteren sei es für alte Leute hinderlich, die mit Rollator und voller Einkaufstasche nun vom Stahel den weiten Weg ins Stadthaus gehen müssten. Merz schliesst: «Bedauerlich ist, dass man gegenüber den Läden nicht kommuniziert hat.» Besucher etwa von St. Gallen kämen direkt ins Städtli und sähen die Geschäfte. Die Frequenz täte der Entwicklung gut. Unmut hat sich auch bei den Läden breitgemacht. «Wir sind der Auffassung, dass von allen Seiten versucht wird, die Altstadt von den Geschäften zu befreien», teilt die Vereinigung der Städtligeschäfte mit. Nach dem Umzug der Post (siehe Zweitstoff) sei das «eine weitere Abwertung». Das Gremium fragt bezüglich des grenzüberschreitenden Verkehrs: «Wieso wehrt sich der Stadtrat nicht?»

Stadtpräsident Andreas Balg sagt auf Anfrage: «Der Kanton ist der Besteller.» Die neue Linienführung beruht auf einem Entscheid des Regierungsrats. Auch St. Gallen bestimme beim Verkehr mit. «Die Gemeinden, so auch Arbon, können mitreden.» Auf die Aussagen von Merz gehe der Stadtrat nicht ein. «Wir kommunizieren detailliert zu den Fahrplanneuerungen nach der Sitzung vom 24. Oktober an einer Medienorientierung.»

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