ARBON: «Ein Stück Arboner Seele»

Der Stadtrat erhielt Weihnachtspost: Eine Resolution mit 1079 Unterschriften ­fordert den Erhalt des Hotels Metropol. Mit dem Abbruch verkaufe er sich dem Kapital.

Max Eichenberger
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Lukas Auer, Kurt Sonderegger, Andrea Vonlanthen, Erica Willi und Jakob Stark haben Stadtschreiberin Andrea Schnyder und Stadtpräsident Andreas Balg 1079 Unterschriften überreicht. (Bild: Max Eichenberger)

Lukas Auer, Kurt Sonderegger, Andrea Vonlanthen, Erica Willi und Jakob Stark haben Stadtschreiberin Andrea Schnyder und Stadtpräsident Andreas Balg 1079 Unterschriften überreicht. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Fünf Schachteln hat Erica Willi mit goldfarbenem Papier umhüllt und mit roten Bändern versehen. Eine Fünfervertretung der Interessengemeinschaft übergab gestern im Stadthaus die Weihnachtspäckli an Stadtschreiberin Andrea Schnyder und Stadtpräsident Andreas Balg. Eine Überraschung ist der Inhalt freilich nicht mehr. Das «Geheimnis» hat das Quintett, mit IG-Präsident Jakob Stark voran, an der Übergabe gelüftet: es sind 1079 Unterschriften, die unter die Resolution «Rettet das Hotel Metropol» gesetzt worden sind. «Es geht um ein Stück Arboner Seele», das zu erhalten sich lohne, machte Andrea Vonlanthen deutlich. Arbon ohne «Metropol», das wäre «wie die Schweiz ohne Matterhorn». Für zahlreiche Arboner sei das «Metropol» «ein unverzichtbarer Teil» der Stadt, ein starkes Stück Heimat. Unter Einbezug des schiffsähnlichen Gebäudes könne «etwas Einzigartiges entstehen, das historisch speziell und auf Arbon zugeschnitten ist», unterstrich Erica Willi die Hoffnung auf eine Entwicklung des Areals ohne Abbruch. «Wir wollen keine Verschandelung der Uferlinie durch die von HRS geplanten Riva-Türme», sähe Kurt Sonderegger damit eine rote Linie überschritten.

Ohne Verzug sei das «Metropol» entsprechend der Einstufung im Hinweisinventar der Denkmalpflege wieder in den Schutzplan aufzunehmen.

HRS als rücksichtslos kritisiert

Zudem sei das Areal «ganz klar» zugehörig zu den Ortsbildern von nationaler Bedeutung – ausgewiesen im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), sagte Sonderegger. Dies mit dem Vermerk, dass Uferpartien «keinesfalls verdichtet» werden dürfen. Zudem stützt sich die IG auf das darin formulierte «Erhaltungsziel». Der Stadtrat verspiele Vertrauen, wenn er auf den HRS-Karren aufspringe, ist sich Erica Willi sicher. HRS gebärde sich in der «Metropol»-Frage «rücksichtslos». Diese und die Bedürfnisse würden in der Öffentlichkeit unterschiedlich beurteilt, ist sich Stadtpräsident Andreas Balg bewusst. «Die einen wollen eine Entwicklung der modernen Art, andere eine Wiese, die Dritten ein reaktiviertes ‹Metropol›.» Deshalb habe der Stadtrat ein Obergutachten laufen. Vier Ordner, welche die Aspekte Schutz und Schaden beinhalten, habe der Stadtrat auf dem Tisch. Zu weiteren erwarte er noch Post. Auf den Berichten basierend, werde sich der Stadtrat ein Gesamtbild und eine «öffentliche Auslegeordnung» machen, kündigte Balg an.