ARBON: «Das ist erst der Anfang»

Das Seemoosholz wird stark ausgelichtet. Vier Fünftel des Bestandes sind Eschen. Weil diese krank sind und dürr werden, müssen sie ausgeräumt werden. Der ersten Etappe der Zwangsrodung fallen 111 Bäume zum Opfer.

Max Eichenberger
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Ein Holzstapel auf dem Parkplatz. (Bild: Max Eichenberger)

Ein Holzstapel auf dem Parkplatz. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

redaktionot@tagblatt.ch

Schmerzlicher Aderlass im Seemoosholz: Im Waldareal zwischen Strandbad und Seestrasse muss tüchtig ausgeholzt werden, und zwar zwangsweise. In einem ersten Schritt werden 111 Eschen ausgemerzt. Ein Grossteil ist bereits gefällt worden. Grund ist das sogenannte Eschentriebsterben, von dem insbesondere die Oberthurgauer Bestände sehr stark betroffen sind, sagt Revierförster Daniel Hungerbühler – denn: «Hier sind die schweren Böden verbreitet, wo die Esche heimisch ist.» Im Arboner Simishölzli macht die Esche 80 Prozent des gesamten Bestands aus. Man geht Hungerbühler zufolge davon aus, dass gegen die heimtückische Pilzkrankheit «nur 1 bis 5 Prozent resistent sind».

Mit Eichen wieder aufforsten

Das Eschentriebsterben sei «ein schleichender Prozess». Bei diesem unaufhaltsamen, flächigen Befall ist damit zu rechnen, dass über kurz oder lang die Eschen ganz aus dem Simishölzli verschwinden und zwangsgenutzt werden müssen. Ein schwerer Schlag für Eigentümer Alex Bressan. Nicht nur emotional, auch wirtschaftlich: «Weil derzeit als Folge von Zwangsnutzungen viel Holz auf den Markt kommt, geht der Preis das Loch runter», weiss Hungerbühler. Vorläufig werden 111 Bäume gefällt. Das ist aber erst der Anfang. Dabei fallen 220 Kubikmeter Holz an. Ein Grossteil – im westlichen Waldabschnitt zwischen Vitaparcours und Strandbadstrasse – ist bereits am Boden. Nächste Woche folgen die peripheren Eschen, die von der Pilzkrankheit befallen sind und aus Sicherheitsgründen gerodet werden müssen. Darum muss die Strasse während des Holz- schlags tagsüber gesperrt werden. «Bei dieser Pilzkrankheit verdorrt das Holz von aussen nach innen. Der Pilz schädigt den Baum in seiner Vitalität und macht ihn anfällig für Sekundarschäden», schildert Förster Hungerbühler.

«Mit der ersten Zwangsnutzung bleibt das Problem nicht behoben», warnt Hungerbühler – und appelliert an die Eigenverantwortung der Nutzer und Spaziergänger, den Wald zu meiden, wenn es stärker windet. Zwischen Kreisforstamt, Eigentümer und auch der Stadt, die den Vitaparcours im Seemoosholz unterhält, ist das Vorgehen abgesprochen. An der Strandbadstrasse versuche man, die Ahornbäume stehen zu lassen. «Wie weit das gelingt, müssen wir sehen.» Im Sommer sprechen sich die Beteiligten ab, wie weiter vorgegangen werden soll. Im Vordergrund steht die Option, den Wald mit Eichen flächig zu verjüngen und die Eschen mehr oder weniger ganz auszuräumen.