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ARBON: «Altersbedingte Vergreisung»

Ein mächtiger Mammutbaum soll aus dem Schutzplan entlassen werden. Und entfernt, bevor auf dem Areal gebaut wird. Von diesen Bauplänen erfährt man beiläufig.
Max Eichenberger
Der 36 Meter hohe Mammutbaum auf dem Areal, wo Überbauungspläne bestehen. (Bild: Max Eichenberger)

Der 36 Meter hohe Mammutbaum auf dem Areal, wo Überbauungspläne bestehen. (Bild: Max Eichenberger)

Max Eichenberger

redaktionot

@tagblatt.ch

Eigentümerin dreier Parzellen an der Rebenstrasse und der Villa Schöneck ist die Unternehmertochter Regula Hoenner-Züllig. Für das ganze Areal besteht ein Bebauungskonzept, das ein St. Galler Architekturbüro im Auftrag der Grundeigentümerin erarbeitet hat. Darauf basiert ein Gestaltungsplan, der im März 2016 zur Vorprüfung eingereicht worden war.

Im Schutzplan als Naturobjekt aufgeführt

Das architektonische Konzept ist daraufhin überarbeitet worden im Rahmen eines «begleiteten Verfahrens» unter Beteiligung unter anderem der Stadt und der Denkmalpflege. Dies ist aus den derzeit im Stadthaus aufliegenden Unterlagen ersichtlich. Dieses Konzept liegt seit Mai vor. Offenbar drängt sich laut Bauherrschaft in spe die «Notwendigkeit» auf, wie es im Dossier heisst, den zur Genehmigung beim Kanton liegenden Schutzplan anzupassen.

Dies betrifft insbesondere den 36 Meter hohen Mammutbaum, der majestätisch auf einer der beiden freien Brach-Parzellen steht. Dieser mindestens hundert Jahre alte Baum, der als geschütztes Naturobjekt klassifiziert ist, soll aus dem Schutzplan entlassen werden. Die öffentliche Auflage dazu läuft. Von den Überbauungsplänen auf dem Areal erfährt man erst hintergründig quasi in Fussnoten.

Villaergänzung und dichte Geschosswohnüberbauung

Gemäss den aufliegenden Unterlagen plant die Eigentümerin die Renovation der Villa Schöneck. Zudem soll diese «massvoll ergänzt» werden: durch einen Neubau zur Rebenstrasse hin. Südseitig – «in den Reben», wie die Bezeichnung der Hangkuppe in alten Plänen überliefert ist – ist eine «dichte Geschosswohnüberbauung» geplant. Das erfahren die Anstösser oder Gruppierungen, die sich kundig machen wollen, weshalb der Mammutbaum (Sequoiadendron giganteon) aus dem Schutzplan eliminiert werden soll, beiläufig.

Die geplante Wohnüberbauung wird ausgerichtet sein «für Menschen fortgeschrittenen Alters». Die Idee ist, dass Angebote der Alterssiedlung, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, und damit Synergien genutzt werden können. Die Alterssiedlung wird von einer Genossenschaft betrieben.

Das Bebauungskonzept sieht eine Parkgestaltung vor. Keine Rolle mehr darin spielt der Mammutbaum; dieser soll entfernt werden. Ersatzpflanzungen seien jedoch – in angemessener Weise – vorgesehen.

In einem beiliegenden Gutachten eines Experten heisst es, der Baum mit einem Kronendurchmesser von elf bis dreizehn Metern und einem Stammdurchmesser von 2,3 Metern sei punkto Vitalität «nicht in einem guten Zustand», vielmehr bei gelichteter Oberkrone geschädigt.

Risiko des Kippens würde deutlich zunehmen

Und dann kommt es noch dicker: der Baum befinde sich im Zustand einer «altersbedingten Vergreisung». Ein Blitzeinschlag habe Holzfäule verursacht. Der Baum weise Wurzelverluste auf, entsprechend sei die «Wasser- und Nährsalzaufnahme reduziert». Der Baum leide ferner unter einer Pilzerkrankung, sei betroffen vom Triebsterben und lasse Nadeln. Eine Kippgefahr des Mammutbaums bestehe gegenwärtig zwar nicht. Aber weil sich die statische Situation im Stammfussbereich zusehends verschlechtere, erhöhe sich dieses Risiko im Verlaufe der nächsten zehn Jahre deutlich, meint der Experte. Daher mache die Entfernung jetzt Sinn; wenn gebaut wird oder die Bauten stehen, würde dies schwieriger.

Hinweis

Die Auflage in der Abteilung Bau im Stadthaus läuft bis 21. Juni

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