ARBEITSMARKT: Stadt will der Projektwerkstatt helfen

Der Projektwerkstatt, die Arbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert, droht das Aus, weil der Kanton ab 2018 andere Angebote unterstützt. Die Stadt bietet Hand.

Drucken
Teilen

«Was unternimmt der Stadtrat gegen das drohende Aus bei der Projektwerkstatt?»: Das ist der Titel einer Interpellation, die von den Fraktionspräsidenten Daniel Kehl (SP/Juso/PfG), Clemens Müller (Grüne/Junge Grüne), Daniel Rüttimann (Grünliberale) und Daniel Stauffacher (CVP/EVP) am 22. August eingereicht worden war und vom Präsidium des Stadtparlaments für dringlich erklärt wurde. Stadtrat Markus Buschor hat den Vorstoss, der von zwei Dritteln des Rates mitunterzeichnet wurde, am Dienstag an der Sitzung des Stadtparlamentes beantwortet. Der Stadtrat sei sich bewusst, dass die Velos reparierende Projektwerkstatt ein seit Jahren erfolgreiches und anerkanntes Angebot darstelle, sagte Buschor. Der Stadtrat habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass sie bei der jüngsten Ausschreibung des Kantons leider keinen Zuschlag mehr erhalten habe. Die Stadt habe sich beim Kanton aber nicht für die Weiterführung einsetzen können.

Die Interpellanten fragten den Stadtrat ganz konkret, ob er bereit wäre, einen Überbrückungskredit zu gewähren, bis geklärt sei, ob die Projektwerkstatt allenfalls unabhängig vom Kanton weitergeführt oder in ein anderes Projekt integriert werden könne. Es hätten verschiedene Gespräche zwischen der Leitung der Projektwerkstatt, den Sozialen Diensten St. Gallen (SDS), dem Amt für Gesellschaftsfragen sowie der Dock Gruppe AG stattgefunden, sagte Markus Buschor.

Kein Beitrag à fonds perdu aus der Stadtkasse

Eine finanzielle Überbrückung des heutigen Angebotes à fonds perdu sei indessen nicht beabsichtigt, sagte Buschor. Dies würde auch dem Sinn der Ausschreibung zuwiderlaufen. Denkbar sei dagegen, dass die Projektwerkstatt neu ausgerichtet werde, entsprechende Gespräche würden gegenwärtig mit Vertretern verschiedener Institutionen geführt.

Den Betrieb der städtischen Velostationen bei der Fachhochschule und bei der Hauptpost hat die Stadt an die Projektwerkstatt vergeben. Auch hier sucht die Stadt nach Lösungen. Buschor sagte im Stadtparlament, der Betrieb werde dem Amt für Umwelt und Energie übertragen; die Projektwerkstatt habe die Vereinbarung per Ende 2017 gekündigt.

Gewähr hat die Projektwerkstatt gemäss Buschor, dass sie bei einem Fortbestand weiterhin jährlich 2500 aufgefundene Velos von der Polizei und der Feuerwehr erhalten wird. (dwi)