APPLAUS: Wie man seine eigene Grossmutter wird

Im voll besetzten Gemeindesaal führte der Steinacher Theaterverein d’Bühni am Samstagabend sein Theaterstück auf. Ein grosser Erfolg, aber Präsident Res Lutz denkt einen Schritt weiter.

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Putzfrau Rosa (Regula Sigg) ist im Wäschekorb gelandet. Und wird nun von der Pöstlerin (Petra Brändli) und Brautvater Rudolf Römer (Roland Akermann) nach ihrem Wohlergehen befragt. (Bild: Fritz Heinze)

Putzfrau Rosa (Regula Sigg) ist im Wäschekorb gelandet. Und wird nun von der Pöstlerin (Petra Brändli) und Brautvater Rudolf Römer (Roland Akermann) nach ihrem Wohlergehen befragt. (Bild: Fritz Heinze)

Auch dieses Jahr stand ein vielversprechendes Stück auf dem Programm. Erstmals mit Brigitte Knecht in der Regie. Für einmal stand für die Begrüssung nicht Präsident Res Lutz auf der Bühne. Diese Worte sprach ein Geistlicher in der Person von Niklaus Huwiler. Der Auftritt stand im Zusammenhang mit der Besetzung und Handlung im Theaterstück. Dort waren Lachen angesagt, verzwickte Situationen, komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse, flotte Dialoge und schlagfertige Antworten. Wenn festgestellt werden muss, im Falle einer Heirat den eigenen Grossvater zu ehelichen oder man gar seine eigene Grossmutter wird, so schlägt die Angelegenheit doch eine ganz spezielle Richtung ein. Und mittendrin steht eine Hochzeitsvorbereitung, in deren Zentrum Gebäck auftaucht, dessen Genuss ganz besondere Auswirkungen hat und die Polizei alarmiert.

In bester Stimmung konnte die Theatergruppe in die Pausen gehen. Und zum Schluss, nach den drei Akten, war die Zufriedenheit gross, auch wenn Souffleuse Esther Bärlocher den Theaterleuten gelegentlich etwas unter die Arme greifen musste. Doch für das Publikum war es Unterhaltung pur, und das ist wohl, nebst dem gesellschaftlichen Aspekt, die Hauptsache an einem Theaterabend.

Regisseurin Brigitte Knecht schwebte nach dem erfolgreichen Abend auf Wolke sieben. «Es war eine anstrengende und belastende Zeit», bemerkte sie zu den vorangegangenen Monaten und freute sich über das Ergebnis ihrer Bemühungen, denn sie hatte diese Aufgabe erstmals inne. Es wurde leidenschaftlich Theater gespielt. Einzelne Szenen hervorzuheben ist nicht möglich, doch unübersehbar haben sich die Arbeiten der vergangenen Monate ausbezahlt. Der Verdacht, dass Aufwand und Ertrag im Zusammenhang mit solchen einmaligen Aufführungen nicht im richtigen Verhältnis sind, liegt nahe. Doch alle Auftretenden stehen aus purem Enthusiasmus auf der Bühne.

Präsidialer Blick in die Zukunft

Vereinspräsident Res Lutz konnte die Zeit im Vorfeld der Theateraufführung aus der Ferne erleben. Für ihn eine neue Perspektiv. «Ich hatte gelegentlich einen Ratschlag erteilt oder einmal in die Proben reingeschaut. Was aber die Regie anbelangt, ist es unser Bestreben, dass diese Arbeit künftig innerhalb des Vereins vergeben werden kann», sagte er. Und so ist nach dem Theater vor dem Theater. Res Lutz will in Bälde zu dieser Diskussion in der Gruppe ansetzen. Ein weiteres Anliegen seinerseits ist es, die Tonqualität verbessern zu können, damit alle Anwesenden die Spielenden gleichermassen verstehen. Zur Aufführung sagte er: «Ich bin stolz auf die Gruppe und auch stolz darauf, der Präsident des Vereins d’Bühni Steinach zu sein.»